Italiens Brandgebieten droht Hitzewelle von bis zu 45 Grad

Der Kampf gegen die Flammen im Mittelmeerraum geht weiter. Auf der griechischen Insel Euböa spielen sich wieder dramatische Szenen ab. Zugleich droht eine neue Hitzewelle.
| dpa
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Feuer im Nationalpark Aspromonte in Kalabrien.
Feuer im Nationalpark Aspromonte in Kalabrien. © -/Parco Nazionale Aspromonte/dpa
Athen/Rom/Istanbul

Der Kampf gegen die Brände im Mittelmeerraum ist noch nicht vorbei. Auf der griechischen Insel Euböa spielten sich am Montagabend dramatische Szenen ab, dort brannte es die achte Nacht in Folge.

In der Nacht zum Dienstag gelang es Feuerwehr, Anwohnern und Freiwilligen erneut, mehrere Orte vor den Flammen zu schützen. Allerdings seien Wald und landwirtschaftlich genutzte Flächen rund um die Dörfer verbrannt, berichteten griechische Medien.

Allmählich besteht Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation auf der zweitgrößten griechischen Insel. Zum einen ist so viel verbrannt, dass das Feuer stellenweise von allein erlischt, weil die Flammen keine Nahrung mehr finden. Zum anderen sind die meisten anderen Brände im Land mittlerweile unter Kontrolle, und die Einsatzkräfte können sich auf Euböa konzentrieren. Als weiterer positiver Faktor gilt, dass es am Dienstag in der Region keinen starken Wind gab, der die Flammen zusätzlich hätte anheizen können.

Prävention statt Reaktion

Die griechische Regierung will den Zivilschutz in Folge der schweren Brände im Land vollständig umorganisieren. "Künftig wird die Prävention im Mittelpunkt stehen, nicht die Reaktion", sagte Premier Kyriakos Mitsotakis am Montagabend in einer Fernsehansprache. Der Aufbauplan - auch für die Aufforstung, die nach neusten Erkenntnissen erfolgen soll - werde direkt dem Ministerpräsidenten unterstellt.

Athen: 500 Millionen Euro Hilfe

Den schnellen Wiederaufbau verbrannter Wohnhäuser und Industriegebäude sowie die Hilfe für andere Brandschäden bei den Bürgern will Athen mit einem Sonderhaushalt von 500 Millionen Euro bewältigen. Die Hilfe für die Menschen soll unbürokratisch über eine Online-Plattform erfolgen. Bereits am Montagmorgen war im Norden Athens mit der Feststellung der Schäden begonnen worden.

In den vergangenen Tagen seien im ganzen Land 586 Feuer ausgebrochen, sagte Mitsotakis. Das Klima wolle er nicht als Entschuldigung für den Verlauf der Brände nehmen, sagte der Premier. Es sei aber sehr wohl der Grund für die schweren Brände: "Es ist offensichtlich, dass die Klimakrise an die Tür des Planeten klopft."

Kampf gegen Brände in Italien

In Italien erhält der Katastrophenschutz weiter zahlreiche Anfragen aus den italienischen Regionen für Luftunterstützung im Kampf gegen die Waldbrände. Die Löschflugzeuge und Hubschrauber flogen meist über brennende Gebiete im süditalienischen Kalabrien, auf der Insel Sizilien und im Latium, wo auch die Hauptstadt Rom liegt, wie die Zivilschutzbehörde am Abend in Rom mitteilte. Fünf Brände habe die Feuerwehr unter Kontrolle gebracht beziehungsweise gelöscht.

Die Zivilschutzbehörde betonte erneut, dass ein Großteil der Brände durch unvorsichtiges Verhalten oder mutwillig ausgelöst würden. Ein Kommandant der Carabinieri-Einheit für den Waldschutz sagte der Nachrichtenagentur Ansa am Montag, dass derzeit 70 Feuer in Italien wüteten, vor allem in Apulien, Sizilien und Kalabrien. Für Dienstag und Mittwoch gelte wegen der extremen Hitze höchste Alarmbereitschaft. Auf Sizilien und Sardinien rechnete der Katastrophenschutz mit teils bis zu 45 Grad Celsius.

Lage entspannt sich etwas in der Türkei

In der Türkei hat sich die Lage rund zwei Wochen nach Ausbruch der schlimmsten Brände seit mehr als zehn Jahren entspannt. In der südwesttürkischen Provinz Mugla war am Dienstag nach offiziellen Angaben noch ein Brand nicht unter Kontrolle. Dort erschwerten Hitze und starke Winde weiter die Löscharbeiten.

Seit Ende Juli waren in der Türkei mehr als 200 Brände ausgebrochen, etwa die Hälfte der 81 Provinzen waren betroffen. Besonders große Zerstörung hat das Feuer in den Küstenprovinzen Antalya und Mugla angerichtet.

Alleine in Mugla verbrannte lokalen Behörden zufolge mehr als 66.000 Hektar Land. Schätzungen zufolge wurden insgesamt etwa 150.000 Hektar Land (1500 Quadratkilometer) zerstört - eine Fläche fast drei mal so groß wie der Bodensee. Zur Brandursache wird weiter ermittelt.

© dpa-infocom, dpa:210810-99-785682/7

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