Kachelmann-Prozess: Der Angriff des Verteidigers

Er teilt weiter aus: Im Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann holzt dessen Verteidiger Johann Schwenn jetzt auch gegen Gutachter – und seinen Vorgänger Birkenstock.
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Jörg Kachelmann mit Anwalt Johann Schwenn
dpa Jörg Kachelmann mit Anwalt Johann Schwenn

MANNHEIM - Er teilt weiter aus: Im Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann holzt dessen Verteidiger Johann Schwenn jetzt auch gegen Gutachter – und seinen Vorgänger Birkenstock.

Zuerst hatte er Richter und Staatsanwälte im Visier, am Freitag keilte Jörg Kachelmanns neuer Verteidiger Johann Schwenn heftig gegen zwei Gutachter – und seinen Vorgänger Reinhard Birkenstock.

Als erstes war die Psychologin Luise Greuel dran. Gegen die Bremerin stellte Schwenn einen Befangenheitsantrag, weil sie nach seiner Ansicht nicht ergebnisoffen an das Verfahren herangegangen sei. „Sie ergeht sich in Spekulationen zu traumatisch bedingten Scheinerinnerungen und verlässt damit ihr Fachgebiet und wildert auf dem Gebiet der Psychiatrie“, sagte Schwenn. Greuel hatte die Glaubwürdigkeit von Aussagen des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers analysiert. Der Hamburger Staranwalt attestierte der Psychologin eine „Jagdneigung“ zum Nachteil des angeklagten Wettermoderators.

Einem zweiten Gutachter, dem Heidelberger Traumatologen Günther Seidler, warf Schwenn „scharlatanesk anmutendes Gebaren“ vor, weil Seidler behaupte, Todesangst und Traumatisierung von Patienten „riechen zu können“. Schwenn: Das ist eine Fähigkeit, die überrascht.“ Und der Verteidiger beließ es nicht bei einem verbalen Angriff.

Schwenn sorgte dafür, dass die mitgebrachten Unterlagen des Therapeuten des mutmaßlichen Opfers beschlagnahmt wurden. Das begründete der Hamburger damit, dass E-Mails und Gespräche zwischen Seidler, dem Anwalt der Nebenklägerin, der Staatsanwaltschaft und dem Vorsitzenden Richter, die bislang nicht aktenkundig seien. „Diese Dinge sind für die Vernehmung der Zeugin und für das weitere Verfahren von Bedeutung.“

Und als es dann um eine von Schwenn beantragte häufigere Öffentlichkeit der Verhandlungen ging, folgte ein Rundschlag gegen Kachelmann ersten Verteidiger, den Kölner Reinhard Birkenstock.

Schwenn sagte, Birkenstock habe nicht effektiv dafür gewirkt, die Öffentlichkeit herzustellen: „Ich weiß ja nicht, welche Exklusivvereinbarung Her Birkenstock hat.“

Zahlreiche Zeuginnen müssten erneut vernommen werden. mh

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