Justizauktion: Bieter liefern sich Rennen um Luxusautos

Autos aus Strafverfahren, hitzige Duelle im Saal und online: Selbst ein Audi mit 239.000 Kilometern wird zum Bieterliebling. Welche Fahrzeuge die höchsten Summen erzielten.
von  dpa
Das Highlight der Auktion: Ein Lamborghini Aventador LP 780-4 Ultimate Roadster.
Das Highlight der Auktion: Ein Lamborghini Aventador LP 780-4 Ultimate Roadster. © Florian Ertl/dpa

710.000 Euro für einen Lamborghini, 120.000 Euro für einen Audi: Bei einer Justizversteigerung in Stuttgart haben Bieter tief in die Tasche gegriffen. In zwei Sälen und via Internet lieferten sich Interessenten teils hitzige Duelle um Luxusautos, Alltagswagen, Motorräder und teure Uhren.

"Der Arm des Rechtsstaats reicht bis in die Garage der Täter", sagte Obergerichtsvollzieher Alexander Doster zum Auftakt der Versteigerung im Stuttgarter Mercedes-Benz Museum am Samstag. Mit Blick auf das Interesse und die Gebote sagte er: "Das sprengt den Rahmen und das haben wir so nicht erwartet." 

Insgesamt kamen 22 Gegenstände unter den Hammer: 15 Autos, drei Motorräder und vier Luxusuhren. Die Versteigerung organisierte das Auktionshaus Eppli im Auftrag der baden-württembergischen Justiz. Die Gegenstände stammen aus verschiedenen Strafverfahren, die unter anderem wegen Geldwäsche, Steuerstraftaten und Drogenhandels geführt wurden. Unter den früheren Eigentümern sind auch bereits verurteilte Straftäter.

Lamborghini und Porsche deutlich über Schätzwert

Besonders hohe Summen erzielten die Sportwagen. Für einen Lamborghini Aventador LP 780-4 Ultimate Roadster wurden 710.000 Euro im Saal geboten. Das auf 250 Exemplare limitierte Modell hatte lediglich 98 Kilometer auf dem Tacho und wurde von den Veranstaltern als Highlight der Auktion beworben.

Für einen Lamborghini Huracán STO mit 640 PS wurden zunächst 350.000 Euro im Saal geboten, nach einem weiteren Online-Gebot stieg der Preis auf 370.000 Euro. Ein Lamborghini Huracán Super Trofeo EVO 2, ein für die Rennstrecke bestimmtes Fahrzeug, erzielte 225.000 Euro. Bei beiden Autos lieferten sich Bieter im Saal und im Internet einen Wettstreit.

Ein grüner Lamborghini Urus Performante mit 660 PS wurde für 290.000 Euro versteigert. Das Startgebot hatte bei 90.000 Euro gelegen. Auch ein Audi RS6 Avant Performance in Urban-Grün übertraf die Erwartungen: Das Fahrzeug ging für 120.000 Euro an einen Online-Bieter aus Monaco.

Geld geht teils an Geschädigte

Auch bei günstigeren Fahrzeugen überboten Interessenten die Schätzungen. Für einen Audi A4 aus dem Jahr 2012 mit rund 239.000 Kilometern auf dem Tacho stieg das Online-Gebot von einem Startpreis von 1.500 Euro auf 9.000 Euro. Ein VW Polo erzielte statt 2.000 sogar 19.000 Euro. Ein VW Multivan T6 mit 26.000 Kilometern wurde für 60.000 Euro verkauft.

Der Gesamterlös in Höhe von mehr als 2,1 Millionen Euro fließt je nach rechtlicher Lage in die Staatskasse oder kommt möglichen Geschädigten zugute. "Ich bin mehr als zufrieden, wir haben unser ursprüngliches Ziel von zwei Millionen Euro sogar übertroffen", erklärte Obergerichtsvollzieher Doster nach Ende der Auktion.

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