Interpol-Schlag: Millionen falsche Medikamente beschlagnahmt

Angebliche Mittel gegen Erektionsstörungen, gegen das Rauchen und vermeintliche Krebsmedikamente: Bei einer internationalen Aktion beschlagnahmen Fahnder Millionen falscher Produkte - und warnen.
dpa |
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Bei einem Schlag gegen den Handel mit gefälschten Medikamenten haben Fahnder Produkte im Millionenwert beschlagnahmt. (Archivbild)
Bei einem Schlag gegen den Handel mit gefälschten Medikamenten haben Fahnder Produkte im Millionenwert beschlagnahmt. (Archivbild) © Rachel Sommer/dpa
Lyon

Fahnder haben bei einem großangelegten Schlag gefälschte und nicht zugelassene Medikamente im Millionenwert beschlagnahmt. Mehr als 6,4 Millionen Dosen wurden eingezogen, wie die internationale Polizeiorganisation Interpol mit Sitz in Lyon mitteilte. Die Stoffe haben demnach einen Wert von 15,5 Millionen US-Dollar (etwa 13,2 Millionen Euro). Am häufigsten fanden die Ermittler angebliche Mittel gegen Erektionsstörungen, Beruhigungsmittel, aber auch vermeintliche Produkte, die gegen das Rauchen helfen sollen.

Insgesamt 269 Verdächtige nahmen die Fahnder bei dem von Interpol koordinierten knapp zweiwöchigen Schlag in rund 90 Ländern fest. Sie zerschlugen zudem 66 kriminelle Gruppen, die im illegalen Medikamentenhandel aktiv waren, und nahmen Tausende Online-Seiten und Kanäle hoch. Die meisten Produkte fanden die Ermittler in Großbritannien, Kolumbien und Australien. Deutschland war an der Aktion nicht beteiligt.

"Gefälschte Medikamente sind nicht nur Betrug, sie bringen Leben in Gefahr", zitierte Interpol ihren Generalsekretär Valdecy Urquiza. Über Online-Marktplätze und informelle Lieferketten könnten Kriminelle Lücken in der Kontrolle ausnutzen. Sie würden auf Menschen abzielen, die schnelle und erschwingliche Hilfe suchten, doch die Konsequenzen könnten schwer und sogar tödlich sein.

Hohe Menge vermeintlicher Mittel gegen Krebs im Umlauf

Interpol weist auch auf einen beunruhigenden Trend hin. So beschlagnahmten die Fahnder deutlich mehr Antiparasitika als in den vergangenen Jahren. Die gefundenen Mittel Ivermectin und Fenbendazol würden als Teil sogenannter "Kits zur Krebsbehandlung" als alternative Krebsmittel verkauft, obwohl Gesundheitsbehörden warnten, dass es dafür keine Grundlage gebe. Große Mengen der beiden Stoffe fanden die Ermittler in Australien, Neuseeland, Singapur, in den USA und Großbritannien.

Zu Ivermectin als Medikament gegen Krebs gibt es dem Krebsinformationsdienst zufolge bisher nur Untersuchungen aus der Grundlagenforschung, also in Zellen und an Mäusen. Diese Untersuchungen lieferten nur Hinweise und die Ergebnisse seien nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragbar. "Es gibt keine abgeschlossenen klinischen Studien am Menschen, die eine Wirkung gegen Krebs zeigen." Zu einer möglichen Wirkung von Fenbendazol ist die Datenlage Experten zufolge noch schwächer.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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