Ingwer, Zitrone, Honig: Welche Hausmittel wirklich helfen
Kaum kratzt der Hals oder läuft die Nase, stehen sie wieder hoch im Kurs: Ingwertee, heiße Zitrone und Honig. Viele schwören auf die natürlichen Helfer, wenn sich eine Erkältung ankündigt. Doch was davon lindert tatsächlich die Beschwerden? Und welche Hausmittel haben eher einen guten Ruf als eine nachgewiesene Wirkung?
Honig: Kann Husten lindern
Honig gehört zu den wenigen Hausmitteln, für die es tatsächlich wissenschaftliche Hinweise auf eine Wirkung gibt. Studien zeigen, dass er erkältungsbedingten Husten lindern kann. Besonders am Abend kann ein Löffel Honig im Tee oder pur helfen, den Hustenreiz zu beruhigen und das Einschlafen zu erleichtern. Er bekämpft allerdings nicht die Erkältungsviren und verkürzt die Erkrankung auch nicht nachweislich. Wichtig: Kinder unter einem Jahr dürfen keinen Honig bekommen, da er Bakteriensporen enthalten kann, die bei Säuglingen eine gefährliche Erkrankung auslösen können.
Ingwer: Wohltuend, aber kein Erkältungskiller
Ingwer enthält ätherische Öle und Scharfstoffe wie Gingerole, denen entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben werden. Eine Tasse frisch aufgebrühter Ingwertee kann angenehm wärmen und bei einem kratzenden Hals als wohltuend empfunden werden. Dass Ingwer eine Erkältung verhindert oder ihre Dauer verkürzt, ist allerdings nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Als Getränk ist er dennoch eine gute Möglichkeit, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen.
Zitrone: Vitamin C ist kein Wundermittel
Heiße Zitrone gilt als Klassiker bei Erkältungen. Tatsächlich liefert die Frucht Vitamin C, das für ein funktionierendes Immunsystem wichtig ist. Eine bereits begonnene Erkältung lässt sich damit aber nicht einfach stoppen. Studien zeigen, dass eine regelmäßige Einnahme von Vitamin C die Dauer einer Erkältung allenfalls leicht verkürzen kann. Wird es erst bei den ersten Symptomen eingenommen, ist kein verlässlicher Effekt nachgewiesen. Ein Tipp für die Zubereitung: Zitronensaft erst in das abgekühlte, lauwarme Wasser geben, damit möglichst viel Vitamin C erhalten bleibt.
Hühnersuppe: Flüssigkeit und Wärme tun gut
Auch Hühnersuppe hat ihren festen Platz unter den Erkältungsklassikern. Eine warme Suppe kann helfen, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen, und wird bei verstopfter Nase häufig als angenehm empfunden. Es gibt zudem Hinweise auf eine leicht entzündungshemmende Wirkung. Ob sie eine Erkältung tatsächlich verkürzt, ist jedoch nicht ausreichend belegt. Der größte Vorteil dürfte darin liegen, dass sie wärmt, Flüssigkeit liefert und den Körper mit Nährstoffen versorgt. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, kann alternativ zu einer warmen Gemüsesuppe greifen. Auch sie liefert Flüssigkeit und Nährstoffe und tut bei einer Erkältung gut.
Salzwasser: Hilfe bei verstopfter Nase
Eine Nasendusche mit Kochsalzlösung kann dabei helfen, Schleim und Krankheitserreger aus der Nase zu spülen. Das kann die Atmung erleichtern und die Schleimhäute befeuchten. Wichtig ist, eine geeignete Salzlösung und möglichst abgekochtes oder steriles Wasser zu verwenden. Auch das Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser empfinden manche Menschen bei Halsschmerzen als angenehm.
Was bei einer Erkältung wirklich wichtig ist
Die meisten Erkältungen werden durch Viren ausgelöst und klingen innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab. Kein Hausmittel kann die Erreger gezielt bekämpfen. Viel Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und Schlaf helfen dem Körper, mit der Infektion fertigzuwerden. Hausmittel können die Beschwerden erträglicher machen, ersetzen aber keine medizinische Behandlung, wenn die Symptome ungewöhnlich stark sind oder sich verschlimmern. Bei Atemnot, Brustschmerzen oder hohem beziehungsweise anhaltendem Fieber sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
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