In Garten und Küche: So kann man Kaffeesatz wiederverwenden
Nach dem Kaffeegenuss bleibt ein feuchter, dunkler Rest im Filter zurück. Kaffeesatz landet bei den meisten direkt im Müll. Dabei steckt in den dunklen Resten erstaunlich viel Potenzial. Ob in der Küche oder im Garten: So lässt sich Kaffeesatz als vielseitiger Zero-Waste-Rohstoff wiederverwenden.
In der Küche
Kaffeesatz kann - richtig dosiert - mehr als nur gut riechen. Durch seine Bitterstoffe und Röstaromen eignet er sich vor allem für herzhafte oder intensiv schmeckende Gerichte. Kaffeesatz kann Gerichten eine tiefe, leicht rauchige Note verleihen und wird deshalb zunehmend in der kreativen Küche eingesetzt. Besonders gut funktioniert er in kleinen Mengen, etwa in BBQ-Saucen, wo er für mehr Umami und Röstaromen sorgt, oder in Dry Rubs für Gemüse, Tofu oder Grillgerichte. Auch in süßen Speisen wie Brownies oder Schokoladenkuchen kann er das Aroma intensivieren und für eine besondere Bitternote sorgen.
Wichtig ist dabei Zurückhaltung: Kaffeesatz ist kein Hauptbestandteil, sondern eher ein aromatisches Gewürz. Außerdem sollte er vorher gut getrocknet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Rezept für BBQ-Sauce aus Kaffeesatz
Zutaten: 2 EL getrockneter Kaffeesatz, 1 EL Olivenöl, 1 kleine Zwiebel (fein gewürfelt), 2 Knoblauchzehen (fein gehackt), 400 g gehackte Tomaten aus der Dose, 2 EL Apfelessig, 2 EL Ahornsirup oder brauner Zucker, 1 EL Sojasauce, 1 TL geräuchertes Paprikapulver, Salz und Pfeffer
Zubereitung: Den Kaffeesatz nach dem Kaffeekochen vollständig trocknen lassen.
Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig dünsten. Knoblauch hinzufügen und kurz mitbraten. Kaffeesatz einrühren und etwa eine Minute mitrösten, damit sich die Aromen entfalten. Tomaten, Essig, Ahornsirup, Sojasauce und Paprikapulver hinzufügen. Die Sauce etwa 20 bis 30 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen, bis sie eindickt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und nach Belieben pürieren.
Im Garten
Im Garten entfaltet Kaffeesatz seine Stärke vor allem als natürlicher Nährstofflieferant. Er enthält unter anderem Stickstoff, Kalium und Phosphor und kann so das Pflanzenwachstum unterstützen. Besonders im Kompost ist er wertvoll, da er die Zersetzung organischer Materialien fördert und das Bodenleben aktiviert.
Auch direkt im Beet kann Kaffeesatz verwendet werden - allerdings nur sparsam und gut mit Erde vermischt, da er sonst die Bodenstruktur verdichten kann. Viele Gärtner nutzen ihn zudem bei Pflanzen wie Heidelbeeren, Hortensien oder Rhododendren, die leicht saure Böden bevorzugen. Darüber hinaus wird er gelegentlich als natürliche Barriere gegen Schnecken eingesetzt, auch wenn die Wirkung hier nicht eindeutig belegt ist.
Auch in Töpfen und Balkonkästen lässt sich Kaffeesatz einsetzen - allerdings besonders vorsichtig. Eine kleine Menge kann beim Umtopfen untergemischt werden oder als Bestandteil von selbstgemachtem Pflanzendünger dienen. Als dünne Schicht auf der Erde hilft er zudem, Feuchtigkeit zu speichern. Wichtig ist jedoch, keine dicken Schichten aufzutragen, da diese die Luftzirkulation im Boden behindern können.
Im Haushalt
Auch im Haushalt kann Kaffeesatz vielseitig eingesetzt werden. Dank seiner leicht körnigen Struktur eignet er sich als sanftes Scheuermittel für verschmutzte Töpfe oder Pfannen. Gleichzeitig kann er unangenehme Gerüche aufnehmen und neutralisieren.
Ein Schälchen mit getrocknetem Kaffeesatz im Kühlschrank kann beispielsweise helfen, Essensgerüche zu binden. Auch in Schuhen oder am Boden von Mülleimern wird er häufig als natürlicher Geruchskiller eingesetzt. Nach dem Schneiden von Zwiebeln oder Knoblauch kann zudem das Einreiben der Hände mit etwas Kaffeesatz dabei helfen, hartnäckige Gerüche zu entfernen.
Peeling aus der Kaffeeküche
Kaffeesatz findet sich außerdem in zahlreichen DIY-Kosmetikrezepten wieder. Besonders beliebt ist er als Körperpeeling. Vermischt mit etwas Oliven-, Mandel- oder Kokosöl entsteht ein einfaches Peeling, das abgestorbene Hautschüppchen entfernen und die Haut glatter erscheinen lassen kann.
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