In diesen Pleite-Projekten versandeten Millionen

Sie sollten viele Menschen anziehen – doch Mängel oder Misserfolg ließen die Vorhaben scheitern. Das Online-Portal "Travelcircus" zeigt, wo Millionengelder versandet sind.
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Spreepark, Berlin: Der einzige ständige Rummelplatz der DDR war ein Prestigeobjekt der Regierung. Nach dem Mauerfall übernahm die Schaustellerfamilie Witte das Erbbaurecht. Nach Millioneninvestitionen eröffnete sie im Jahr 1992 den Spreepark. Zehn Jahre später meldete sie nach einigen Skandalen allerdings Insolvenz an (elf Millionen Euro Schulden) – seither verfielen die Rummel-Reste. Neue Pläne von 2018 sehen vor, aus dem Areal einen Platz für Kunst und Kultur zu machen.
Travelcircus 10 Spreepark, Berlin: Der einzige ständige Rummelplatz der DDR war ein Prestigeobjekt der Regierung. Nach dem Mauerfall übernahm die Schaustellerfamilie Witte das Erbbaurecht. Nach Millioneninvestitionen eröffnete sie im Jahr 1992 den Spreepark. Zehn Jahre später meldete sie nach einigen Skandalen allerdings Insolvenz an (elf Millionen Euro Schulden) – seither verfielen die Rummel-Reste. Neue Pläne von 2018 sehen vor, aus dem Areal einen Platz für Kunst und Kultur zu machen.
BER, Berlin: Der Flughafen ist das deutsche Pannen-Projekt schlechthin – die anvisierten 28 Millionen Reisenden kommen hier noch lange nicht an. Das Projekt wird nicht nur gefühlt nie fertig (Spatenstich war 2006, die Eröffnung lässt sich nicht so genau vorhersagen), sondern ist auch viel teurer als geplant: 6,6 statt zwei Milliarden Euro.
Travelcircus 10 BER, Berlin: Der Flughafen ist das deutsche Pannen-Projekt schlechthin – die anvisierten 28 Millionen Reisenden kommen hier noch lange nicht an. Das Projekt wird nicht nur gefühlt nie fertig (Spatenstich war 2006, die Eröffnung lässt sich nicht so genau vorhersagen), sondern ist auch viel teurer als geplant: 6,6 statt zwei Milliarden Euro.
Virgin Galactic: Die seit 2007 geplanten Weltraum-Ausflüge scheiterten bisher an massiven technischen Problemen. Auch die Kosten pro Flug
– 3,5 Stunden, davon sechs Minuten in der Schwerelosigkeit – könnten zum Misserfolg geführt haben: 250 .000 Dollar pro Person.
Susan Montoya Bryan/AP/dpa 10 Virgin Galactic: Die seit 2007 geplanten Weltraum-Ausflüge scheiterten bisher an massiven technischen Problemen. Auch die Kosten pro Flug – 3,5 Stunden, davon sechs Minuten in der Schwerelosigkeit – könnten zum Misserfolg geführt haben: 250 .000 Dollar pro Person.
The World Islands, Dubai: Der Traum von künstlichen Inseln vor der Küste Dubais, die wie die Weltkarte aussehen, ist gnadenlos geplatzt: Keine andere Attraktion hat so viel Geld gekostet (12,5 Milliarden Euro). Die Inseln wurden mit Sand aufgeschüttet und wären frei verkäuflich gewesen. Doch nach der Wirtschaftskrise 2007 wollte keiner eine haben. 200 von 300 sind mittlerweile verkauft, nur zwei bebaut. Und die Form der Aufschüttungen verschwindet immer weiter im Meer.
Travelcircus 10 The World Islands, Dubai: Der Traum von künstlichen Inseln vor der Küste Dubais, die wie die Weltkarte aussehen, ist gnadenlos geplatzt: Keine andere Attraktion hat so viel Geld gekostet (12,5 Milliarden Euro). Die Inseln wurden mit Sand aufgeschüttet und wären frei verkäuflich gewesen. Doch nach der Wirtschaftskrise 2007 wollte keiner eine haben. 200 von 300 sind mittlerweile verkauft, nur zwei bebaut. Und die Form der Aufschüttungen verschwindet immer weiter im Meer.
Foreshore Freeway Bridge, Kapstadt: Bereits seit 1977 ist der Bau der Brücke unterbrochen. Seither ragt sie ins Leere und ist nur dadurch zur Touristenattraktion geworden. 260 Meter fehlen noch, angeblich soll sie bis 2020 endlich fertig werden. Kostenfaktor: 590 Millionen Euro.
Paul Mannix/Flickr 10 Foreshore Freeway Bridge, Kapstadt: Bereits seit 1977 ist der Bau der Brücke unterbrochen. Seither ragt sie ins Leere und ist nur dadurch zur Touristenattraktion geworden. 260 Meter fehlen noch, angeblich soll sie bis 2020 endlich fertig werden. Kostenfaktor: 590 Millionen Euro.
New South China Mall: In Dongguan sollte das größte Einkaufszentrum der Welt entstehen (so groß wie 125 Fußballfelder). Aber das Luxusgebäude mit Themenwelten, einer Achterbahn und geplanten Geschäften stand lange Zeit nahezu komplett leer. Der Grund: Das Management wollte plötzlich doch nicht mehr die Reichen ansprechen, sondern lieber die Mittelklasse. Die verschwendeten Baukosten: 1,1 Milliarden Euro.
Stephan Scheuer/dpa 10 New South China Mall: In Dongguan sollte das größte Einkaufszentrum der Welt entstehen (so groß wie 125 Fußballfelder). Aber das Luxusgebäude mit Themenwelten, einer Achterbahn und geplanten Geschäften stand lange Zeit nahezu komplett leer. Der Grund: Das Management wollte plötzlich doch nicht mehr die Reichen ansprechen, sondern lieber die Mittelklasse. Die verschwendeten Baukosten: 1,1 Milliarden Euro.
Ring Racer: Die schnellste Achterbahn der Welt neben dem Nürburgring hatte erst technische Probleme, dann ging der Nürburgring insolvent und damit auch das Projekt. Insgesamt war die Achterbahn nur vier Tage in Betrieb. Kostenpunkt: 10,4 Millionen Euro.
Thomas Frey/dpa 10 Ring Racer: Die schnellste Achterbahn der Welt neben dem Nürburgring hatte erst technische Probleme, dann ging der Nürburgring insolvent und damit auch das Projekt. Insgesamt war die Achterbahn nur vier Tage in Betrieb. Kostenpunkt: 10,4 Millionen Euro.
The Harmon Hotel, Las Vegas: Errichtet wurde es für 279 Millionen Dollar, aber Baumängel zwangen die Verantwortlichen dazu, das Gebäude in elliptischer Form zu räumen und letztlich ganz
rückzubauen. Das kostete erneut, Schaden: 400 Millionen Dollar. Zwischenzeitlich wurde es zumindest als XXL-Werbetafel genutzt.
Cygnusloop99/Wikipedia 10 The Harmon Hotel, Las Vegas: Errichtet wurde es für 279 Millionen Dollar, aber Baumängel zwangen die Verantwortlichen dazu, das Gebäude in elliptischer Form zu räumen und letztlich ganz rückzubauen. Das kostete erneut, Schaden: 400 Millionen Dollar. Zwischenzeitlich wurde es zumindest als XXL-Werbetafel genutzt.
Estádio Nacional de Brasília: Das Stadion wurde 2014 für die Fußball-WM gebaut. Das Problem: Der Hauptstadt Brasiliens fehlt seither eine Profi-Mannschaft, die dort vor Fans spielen könnte. Das Gebäude kostete 450 Millionen Euro. Nun wird es unter anderem als Busbahnhof und für Büros genutzt.
Travelcircus 10 Estádio Nacional de Brasília: Das Stadion wurde 2014 für die Fußball-WM gebaut. Das Problem: Der Hauptstadt Brasiliens fehlt seither eine Profi-Mannschaft, die dort vor Fans spielen könnte. Das Gebäude kostete 450 Millionen Euro. Nun wird es unter anderem als Busbahnhof und für Büros genutzt.
Fyre Festival, Bahamas: Das größte Festival, das niemals stattfand – so wird das geplante Luxusfest mittlerweile genannt. Die Tickets wurden rasend schnell verkauft, aber das Geld nicht ins Fest, sondern nur in Werbung dafür investiert. Die Pleite-Summe: 22 Millionen Euro. Netflix drehte darüber sogar eine Doku (Bild: Filmplakat).
infia_entrepreneur/Instagram 10 Fyre Festival, Bahamas: Das größte Festival, das niemals stattfand – so wird das geplante Luxusfest mittlerweile genannt. Die Tickets wurden rasend schnell verkauft, aber das Geld nicht ins Fest, sondern nur in Werbung dafür investiert. Die Pleite-Summe: 22 Millionen Euro. Netflix drehte darüber sogar eine Doku (Bild: Filmplakat).

Sie sollten viele Menschen anziehen – doch Mängel oder Misserfolg ließen die Vorhaben scheitern. Das Online-Portal "Travelcircus" zeigt, wo Millionengelder versandet sind.

Diese Projekte sollten die Massen begeistern, Millionen oder gar Milliarden von Euro wurden für ihre Verwirklichung ausgegeben, doch am Ende scheiterten die ambitionierten Vorhaben und hinterließen neben enttäuschten Menschen auch Millionengräber.

Sehen Sie die Projektpleiten in unserer Bildergalerie.

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