Im Schlaf überrascht

Mindestens 12 Tote bei Lawinenunglück im Himalaya – darunter ein Deutscher. Die Suche nach weiteren Vermissten läuft noch
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Mindestens 12 Tote bei Lawinnenabgang  – darunter ein Deutscher.

KATHMANDU Sie schliefen in ihrem Lager, als die Schneemassen über sie hinwegrollen und teilweise 300 Meter weit mitrissen. Im Himalaya sind am Sonntagmorgen mindestens neun Bergsteiger bei einem Lawinenabgang getötet worden (AZ berichtete), die nepalesische Bergsteigervereinigung spricht sogar von zwölf Toten. Drei Menschen werden noch vermisst.


Das Auswärtige Amt bestätigt, dass unter den bisher geborgenen Leichen ein Deutscher ist. Wie die Polizei in Straubing erklärte, handelt es sich um einen 42-Jährigen aus dem niederbayerischen Dingolfing. Zwei weitere Deutsche sind verletzt und werden in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu behandelt. „Sie werden ärztlich versorgt, es geht ihnen den Umständen entsprechend”, heißt es beim Expeditionsveranstalter Amical alpin aus Oberstdorf. Der Veranstalter bedauert das Unglück: „Wie möchten allen Angehörigen unser tiefstes Beileid und unser Mitgefühl aussprechen.” Das Unternehmen schickte zwölf erfahrene Bergsteiger mit einem Führer auf den 8163 Meter hohen Berg im nepalesischen Teil des Himalayas. Elf Deutsche und zwei Österreicher gehörten zu dieser Gruppe, rund 50 Personen befanden sich im dritten Lager in einer Höhe von knapp 7400 Metern, als die Lawine in den frühen Morgenstunden abging. Zu den Opfern gehören auch Bergsteiger aus Nepal, Spanien und Frankreich. „Plötzlich war alles dunkel. Wir waren unter einer Lawine begraben”, wird Andreas Reiter von der „Himalayan Times” zitiert.


Sportler aus München sollen auch in der Gruppe gewesen sein, die Identitäten wollten aber weder Amical alpin noch das Auswärtige Amt bestätigen. Die Bergsteiger, die die Schneemassen ohne größere Verletzungen überlebt haben, wurden zum Basislager gebracht. Sie sollen schnellstmöglich wieder in ihre Heimat gebracht werden.


Amical alpin ist derzeit damit beschäftigt, über Satellitentelefon die Verbindungen zwischen den Angehörigen zuhause und den Alpinisten herzustellen.
Wie konnte es zu dem Unglück kommen? Laut Amical alpin wurden alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten. Auch Stefan Winter, Experte beim Deutschen Alpenverein (DAV), ist sich sicher, dass es kein menschliches Versagen war. „Die Leute haben dort an dieser Stelle mit bestem Wissen und Gewissen übernachtet. Aber man kann bei so einem Berg nicht alles einsehen. Es war wohl tragisches Schicksal, dass die Lawine zu dieser Tageszeit abging”, sagte er zur AZ.


Das Gefährliche an dem achthöchsten Berg der Welt ist seine Lage. „Der Manaslu ist ein freistehender Berg, er steht nicht im Schutz einer Bergkette. Deshalb ist er jedem Wetterphänomen, jedem Wetterumschwung ausgesetzt”, so Winter. Die Ursache für den Lawinenabgang soll starke Sonneneinstrahlung am Vortag gewesen sein, die die Schneemassen in Bewegung setzte. Die Suche nach den Vermissten wird sich wohl noch Tage hinziehen. 

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