"Ich bin nur durch einen Kopfschuss zu stoppen"

Entwarnung: Die österreichische Polizei konnte das Entführungsdrama unblutig beenden. Deutsche Beamten mussten nicht eingreifen. Am Freitag hatte ein Vater seinen 9-jährigen Sohn in Wien entführt und ist mit ihm in Richtung Niederbayern geflüchtet.
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PASSAU - Entwarnung: Die österreichische Polizei konnte das Entführungsdrama unblutig beenden. Deutsche Beamten mussten nicht eingreifen. Am Freitag hatte ein Vater seinen 9-jährigen Sohn in Wien entführt und ist mit ihm in Richtung Niederbayern geflüchtet.

Mehr als 24 Stunden hielt der Familienvater (37) die Polizei in Österreich und Niederbayern in Atem. Der Wiener hatte seinen Sohn (9) entführt. Gegenüber seiner Exfrau drohte er, sich und den kleinen Lukas zu töten. Auf dem Parkplatz der Therme Geinberg (Oberösterreich) konnten Spezialkräfte den Familienvater überwältigen und festnehmen.

Am Freitagmittag holte der 37-Jährige seinen Sohn Lukas von der Volksschule in Wien-Döbling ab. Gemeinsam fuhren sie zur Mutter des Kleinen, die im Parlament in Wien arbeitet. Doch die Frau war nicht da. Bei einer Arbeitskollegin hinterließ er einen Brief. Darin kündigte er an, mit seinem Auto einen Laster zu rammen, um sich und seinen Sohn zu töten. „Ihr könnt mich nur mit einem Kopfschuss stoppen“, drohte er. Außerdem behauptete er, eine Pistole zu besitzen.

Als Motiv nannte er wirres Zeug. Er habe Probleme mit einigen Bekannten. Um diese Konflikte zu lösen, wolle er seinen Sohn als Druckmittel einsetzen. Der 37-Jährige ist offenbar psychisch labil. Wegen Stalking wurde er mehrfach bei der Polizei angezeigt.

Die Mutter des Buben alarmierte sofort die Polizei. Eine 24-stündige Verfolgungsjagd bis ins Grenzgebiet zu Bayern begann. Mit seinem Buben raste der 37-Jährige auf der Westautobahn in Richtung Salzburg. Es gelang ihm, seine Verfolger abzuschütteln. Auch über sein Handy konnte er nicht mehr geortet werden.

Die österreichische Polizei bat ihre Kollegen in Niederbayern um Hilfe. Im gesamten Grenzgebiet wurden Streifenwagen alarmiert.

In Geinberg, im oberösterreichischen Innviertel, nahmen die Verfolger die Spur des 37-Jährigen wieder auf. Auf dem Parkplatz der Therme Geinberg gelang es ihnen, den Mann festzunehmen. Eine Waffe hatte der Familienvater nicht dabei. Auch sein Sohn war nicht im Auto. Er hatte den Buben auf der Flucht vor der Polizei unbemerkt in einem Café abgesetzt. Ralph Hub

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