Heuschnupfen - so schlimm wie nie

Viele Allergiker sind derzeit richtig verzweifelt: Wegen des ausgefallenen Winters und der milden Temperaturen ist der Pollenflug heuer ganz besonders heftig. Was Mediziner empfehlen.
| Michael Heinrich
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Viele Allergiker sind derzeit richtig verzweifelt: Wegen des ausgefallenen Winters und der milden Temperaturen ist der Pollenflug heuer ganz besonders heftig. Gleichzeitig gibt es eine Erkältungswelle – es gibt auch viele Fälle von schwerer Bronchitis und sogar Lungenentzündungen. Welche Pollen derzeit unterwegs sind, was gegen Heuschnupfen hilft, was Mediziner empfehlen.

München - Die Münchnerin ist verzweifelt: „Ich weiß gar nicht, ob ich wegen einer Erkältung so viel schniefen muss, oder wegen Heuschnupfens. Wie Natalie Wilhelm (26) geht es zur Zeit vielen – die Nasen laufen, die Augen tränen. Und tatsächlich könnten sie unter beiden Krankheiten zugleich leiden. Wegen des ausgefallenen Winters und der milden Temperaturen ist der Pollenflug heuer ganz besonders heftig. Gleichzeitig sind starke Temperaturschwankungen zwischen Nacht und Tag der Grund, dass sich viele Menschen eine Erkältung einfangen.

Problem Heuschnupfen

Der warme Sonnenschein lockt seit Wochen nicht nur die Münchner ins Freie, sondern auch Milliarden von Blütenpollen – mehr als normalerweise. Den Grund nennt der Münchner Immunmediziner Nikolaus Frühwein: „Zur Zeit fliegen die üblichen Frühblüher-Pollen wie Erle und Hasel. Weil es aber so mild ist, ist auch schon der Blütenstaub der eigentlich erst Anfang April blühenden Pflanzen unterwegs, vor allem die der Birke oder der Hainbuche.“ Zum einen gibt es jetzt also mehr Menschen, die die typischen Heuschnupfen-Symptome zeigen, wie Schnupfen, Niesanfälle, tränende Augen oder Husten. Zum anderen trifft es die vielen besonders schlimm, die gegen mehrere Pollenarten allergisch sind.

Lesen Sie hier: Heuschnupfen und Pollenflug - das müssen Sie wissen

Um die oft mehr als lästigen Allergie-Attacken zu vermeiden, gibt es zwei Strategien. Das Vermeiden der auslösenden Pollen oder Symptom-Bekämfung mit Medikamenten. Wer dem Blütenstaub so weit wie möglich aus dem Weg gehen will, sollte sich während der Flugzeit der Pollen (bei Birken ist dies zum Beispiel der Abend) nicht im Freien aufhalten und die Fenster geschlossen halten. Hilfreich ist es auch, sich mehrfach am Tag zu duschen, sich täglich – am besten am Abend – die Haare zu waschen. Bettzeug gehört in dieser Zeit selbstverständlich nicht zum Lüften ins Freie. Frei verkäufliche Medikamente gibt es in der Apotheke zahlreiche – wenn man nicht unter extremen Beschwerden (vor allem Asthma!) leidet, lohnt sich auch der Gang zum Arzt nicht unbedingt. Ein Präparat, dass seit einiger Zeit von Allergikern sehr geschätzt wird, ist „Cetirizin“.

Problem Erkältung

Temperaturen im zweistelligen Bereich und viel Sonne locken an die frische Luft. Trotzdem sollte jeder eine Jacke im Gepäck haben, weil es abends schnell frisch wird. Denn durch zu luftige Kleidung erhöht sich die Anfälligkeit für Erkältungen. „Das Problem ist, dass man die Kälte unterschätzt“, sagt Thomas Aßmann vom Hausärzteverband. Und tatsächlich steigt die Zahl der Erkältungen derzeit bundesweit an. Speziell für München hat Nikolaus Frühwein, Präsident der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen, die Beobachtung gemacht, dass sich in den letzten Wochen die Fälle von schwerer und hartnäckiger Bronchitis und sogar von Lungenentzündungen gehäuft haben. Von ihnen seien nicht nur die üblichen Risikogruppen betroffen, sondern jüngere, eigentlich gesunde Münchner.

Problem Frühjahrsmüdigkeit

Weil nach den Wochen mit kurzer Tagesdauer die Vitamin-D-Vorräte des Körpers erschöpft sind, werden viele frühjahrsmüde. Dann hilft nur eins: Möglichst oft im Freien Sonne tanken. Menschen mit Heuschnupfen sollten auf diese Energiequelle allerdings besser verzichten.

 

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