Heuschnupfen-Saison: Das passiert bei Allergien im Körper
Die Frühlingszeit bringt nicht nur die ersten Sonnenstrahlen, sondern markiert für viele Menschen auch den Beginn einer herausfordernden Phase für ihr Immunsystem. Wenn die Pollenkonzentration in der Luft steigt, reagiert der Körper bei Allergikern mit einer bemerkenswerten, wenn auch unangenehmen Präzision. Aber was genau passiert eigentlich im Körper, wenn Pollen fliegen?
Fehlreaktion des Körpers
Das menschliche Immunsystem ist darauf programmiert, gefährliche Eindringlinge wie Parasiten oder schädliche Bakterien zu bekämpfen. Bei einer saisonalen Allergie unterläuft dem Körper jedoch ein folgenschwerer Fehler, da er harmlose Blütenpollen fälschlicherweise als eine solche Bedrohung einstuft. Sobald die Pollen mit den Schleimhäuten in Kontakt kommen, setzt der Organismus einen komplexen Verteidigungsmechanismus in Gang.
Selten ist das nicht: In Deutschland leiden laut offiziellen Statistiken etwa zwölf Millionen Menschen an Heuschnupfen, damit ist die Pollenallergie die häufigste Allergie in der Bevölkerung.
Warum jeder Körper anders reagiert
Dass manche Menschen massiv unter Birkenpollen leiden, während andere erst bei Gräsern Symptome zeigen, liegt an der individuellen Programmierung des Immunsystems. Die genetische Veranlagung bestimmt oft, wie empfindlich die Rezeptoren auf bestimmte Eiweißstrukturen reagieren. Zudem spielt die sogenannte Sensibilisierung eine Rolle: Das Immunsystem speichert beim ersten Kontakt ein spezifisches "Fahndungsfoto" eines Pollens ab. In welcher Lebensphase und unter welchen Umweltbedingungen dieser Erstkontakt stattfand, entscheidet darüber, ob man künftig auf Hasel, Birke oder Beifuß reagiert.
Zunächst produzieren spezialisierte Zellen Immunglobulin-E-Antikörper, die sich an Mastzellen binden. Bei erneutem Kontakt mit dem Allergen schütten diese Zellen Botenstoffe wie Histamin aus. Dieser Stoff ist hauptverantwortlich für die typischen Symptome wie Schwellungen, Juckreiz und eine erhöhte Schleimproduktion. Die laufende Nase und die tränenden Augen sind im Grunde der Versuch des Körpers, die vermeintlichen Parasiten physisch aus dem System zu spülen.
Wer fliegt wann?
Frühblüher wie Hasel, Erle und die besonders aggressive Birke fliegen üblicherweise von Januar bis April. Gräser und Getreide, von denen die meisten Allergiker betroffen sind, fliegen von Mai bis August. Von Juli bis Oktober sind Kräuter wie Beifuß oder die hartnäckige Ambrosia an der Reihe.
Aktuelle Beobachtungen zeigen, dass sich die Belastung für Betroffene durch die Klimaveränderung zunehmend verschärft. Der globale Temperaturanstieg sorgt dafür, dass die Blütezeiten vieler Pflanzen früher im Jahr beginnen und deutlich länger anhalten. Dies verlängert das Zeitfenster, in dem das Immunsystem unter Dauerbeschuss steht, was nicht selten zu einer chronischen Erschöpfung führt.
Strategien zur Linderung
Um die Belastung im Alltag zu minimieren, empfehlen Experten verschiedene Schutzmaßnahmen. Das abendliche Haarewaschen verhindert, dass Pollen mit in das Bett genommen werden. Lüften sollte nur zu Zeiten niedriger Pollenkonzentration erfolgen. Neben klassischen Antihistaminika bieten auch moderne Ansätze wie die Hyposensibilisierung langfristige Möglichkeiten, um das Immunsystem wieder an die harmlosen Partikel der Natur zu gewöhnen.
Zusätzlich zu diesen Maßnahmen kann eine bewusste Ernährung dazu beitragen, das allgemeine Wohlbefinden während der Heuschnupfensaison zu unterstützen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hält die Schleimhäute feucht und unterstützt deren natürliche Barrierefunktion gegen äußere Einflüsse.
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