Hannover: Trauer um die Toten

Wahrscheinlich war ein technischer Defekt in der Toilettenkabine an dem Bus-Brand schuld. Rauchmelder sollen jetzt Vorschrift in Omnibussen werden.
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250 Menschen nahmen an dem Trauergottesdienst in Hannover teil.
az 250 Menschen nahmen an dem Trauergottesdienst in Hannover teil.

HANNOVER - Wahrscheinlich war ein technischer Defekt in der Toilettenkabine an dem Bus-Brand schuld. Rauchmelder sollen jetzt Vorschrift in Omnibussen werden.

250 Menschen gedachten am Donnerstagabend in einem Trauergottesdienst der Menschen, die in dem brennenden Reisebus auf der A2 gestorben waren. Schüler weinten um ihre 13-jährige Klassenkameradin; auch Rettungskräfte, die im Einsatz waren, kamen zu der Trauerfeier. Die evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann legte 20 weiße Rosen vor dem Altar nieder – für jeden Toten eine.

Das Wrack wird noch immer von Brandexperten untersucht, Genaues wird man erst in zwei Wochen sagen können. Ein technischer Effekt wird aber immer wahrscheinlicher. „Vieles spricht für diese Version“, so Polizeisprecher Axel Borgfeld. Das Feuer entstand durch einen Schwelbrand. Als eine Passagierin die Toilettentür öffnete, breiteten sich die Flammen wie eine Feuerwalze aus. Die Fahrgäste im hinteren Teil des Busses hatten keine Chance. Dort saß auch das 13-jährige Mädchen mit seinen Eltern. Mehr als 20 Stunden dauerte es, die verbrannten Körper aus dem Bus zu bergen. Drei Schwerverletzte liegen im künstlichen Koma, ihr Zustand ist stabil.

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer will nun den Einbau von Rauchmeldern in der Bordtoilette zur Pflicht machen. Man führe Gespräche mit den Busherstellern über einen serienmäßigen Einbau in neuen Bussen und auch über Geräte zur Nachrüstung, so der Verband.

In Hannovers Stadtteil Misburg, aus dem viele der Busgäste stammen, sprechen die Menschen auf der Straße über das verheerende Unglück. „Das Mitgefühl ist groß“, sagt eine 70-Jährige, die schon von besorgten Verwandten angerufen wurde, ob sie in dem Unglücksbus saß.

Wie Hildegard K. „Wir sind durch die Hölle gegangen“, sagt sie leise. Die grauhaarige Rentnerin gehört zu den wenigen Überlebenden. Zusammen mit ihrem Mann saß sie fast ganz vorne im Bus – das rettete ihr das Leben. „Mir geht es nicht so gut“, sagt sie. Aber: „Ich werde betreut. Wir haben das im Griff.“

Auch der 51 Jahre alte Fahrer, der den Bus steuerte und bis zuletzt Menschen aus dem lichterloh brennenden Wrack schleppte, ist jetzt in psychologischer Behandlung. lka

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