Hamburg: Helfer richten "Gabenzaun" für Obdachlose am Hauptbahnhof ein

Eine kniehohe Mauer am Hamburger Hauptbahnhof war lange Zeit Treffpunkt für Obdachlose - bis sich die Stadt dort einen Zaun baute. Mit der findigen Reaktion der Hamburger hatte die Stadt allerdings nicht gerechnet…
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Impressionen vom "Hamburger Gabenzaun".
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Eine kniehohe Mauer am Hamburger Hauptbahnhof war lange Zeit Treffpunkt für Obdachlose - bis sich die Stadt dazu entschied, einen Zaun zu bauen und das Sitzen an diesem Ort zu erschweren. Mit der findigen Reaktion der Hamburger hatte die Stadt allerdings nicht gerechnet…

Hamburg - Wer München mag, liebt auch Hamburg - ein ungeschriebenes Gesetz, das in beiden Städten gilt, dessen Ursprung jedoch nicht genau bekannt ist. Hamburg hat es nun mit einer ganz besonderen Idee geschafft, nicht nur in München, sondern deutschlandweit Sympathiepunkte zu sammeln.

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Alles begann damit, dass eine Mauer in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs zu einem inoffiziellen Treffpunkt für Obdachlose wurde. Der Hauptgrund, warum sich die Menschen an diesem Ort trafen, war eine etwa kniehohe Mauer, welche zum Sitzen einlud.

Zaun gegen Trinker - nicht gegen Obdachlose

Den Behörden war dieser Treffpunkt ein Dorn im Auge. Eine Lösung musste gefunden werden - allerdings nicht gegen die Obdachlosigkeit, sondern gegen das gemeinschaftliche Beisammensitzen auf dem Gemäuer: Ein Zaun wurde montiert, so dass die Mauer nicht mehr als Sitzgelegenheit diente. Politiker der rot-grünen Koalition bestreiten, dass sich diese Maßnahme gegen Obdachlose richtet - vielmehr sollten durch den Zaun Trinker vom Hauptbahnhof vertrieben werden.

Die Stadt hatte die Rechnung allerdings ohne die Hamburger gemacht. Kurze Zeit nachdem der Zaun montiert wurde, befestigten unbekannte Helfer Schilder mit der Aufschrift "Hamburger Gabenzaun" an dem Gitter und knoteten Plastiksäcke mit Kleidung, Lebensmitteln und Hundefutter an die Metallstäbe.

"Zur Nachahmung empfohlen"

Die Idee wird in Hamburg hervorragend angenommen. Viele Menschen legen bereits vor der Arbeit einen Stopp ein und befestigen schon in den frühen Morgenstunden Plastiksäcke mit warmer Kleidung oder anderen wichtigen Utensilien an dem Zaun. Mittlerweile ist der "Gabenzaun" zu einer Art Pilgerstädte für Obdachlose geworden: bis zu 50 Plastiksäcke wechseln täglich den Besitzer - Tendenz steigend.

Die Idee stößt nicht nur in Hamburg auf Begeisterung. In Kassel und Dortmund sind bereits ähnliche Anlaufstellen für Obdachlose in Planung, in Darmstadt gibt es bereits seit einem Jahr einen "sozialen Zaun".

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