Griechenland und Türkei kämpfen weiter gegen schwere Brände

Während sich die Waldbrandlage in Frankreich und Spanien entspannt und Tausende Evakuierte nach Hause zurückkehren, ist die Situation in Griechenland und der Türkei weiter angespannt. Von hoher Trockenheit und Hitze begünstigte Brände, die von kräftigem Wind weiter angefacht werden, machen der Feuerwehr sehr zu schaffen.
- FRANKREICH
An der französischen Atlantikküste haben inzwischen 144.000 der 224.000 evakuierten Menschen nach Hause zurückkehren können. Innenminister Laurent Nuñez sagte in den Abendnachrichten, dass "man davon ausgehen kann, dass das Schlimmste hinter uns liegt". Er fügte hinzu: "Wir sind optimistisch, bleiben aber weiterhin sehr wachsam."
Wie die Präfektur in Bordeaux mitteilte, waren am Abend noch zwei Brandherde auf der Halbinsel Cap Ferret und südlich des Ortes Lacanau aktiv. Weitere am Vortag aufgeflammte Brände in Südfrankreich, im Burgund sowie im Wald von Fontainebleau bei Paris brachte die Feuerwehr unter Kontrolle.
- SPANIEN
In Spanien sind die verheerenden Waldbrände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo inzwischen weitgehend eingedämmt, die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen wurden aufgehoben. Erleichterung gab es auch aus der Provinz Castellón im Osten des Landes: Der große Waldbrand im Gebiet Vall d'Uixó nördlich von Valencia breitet sich nach Behördenangaben nicht weiter aus.
Das Innenministerium teilte mit, dass der Notstand auf die zweite von vier operativen Stufen herabgestuft wurde. "Auch wenn sich die Lage positiv entwickelt, ist es unerlässlich, Vorsicht walten zu lassen und sich jederzeit an die Anweisungen der Behörden zu halten", erklärte das Ministerium. Die Brandbekämpfung in den betroffenen Regionen im Nordwesten dauert an.
- GRIECHENLAND
Die Feuerwehr kämpft in Griechenland weiter gegen zahlreiche Waldbrände. Vor allem auf der Mittelmeerinsel Kreta erschweren starke, teils orkanartige Winde die Löscharbeiten und entfachen immer wieder neue Brandherde. Die Einsatzkräfte hoffen auf eine Entspannung der Wetterlage. "Erst dann können auf Kreta wieder Löschflugzeuge sicher eingesetzt werden", sagte ein Sprecher der Feuerwehr dem griechischen Rundfunk ERT. Meteorologen erwarten, dass der Wind im Laufe des Abends deutlich nachlassen dürfte.
In den beliebten Ferienort Agia Galini sind nach Behördenangaben inzwischen zahlreiche Urlauber zurückgekehrt. Rund 8.000 Menschen hatten die Gegend in den vergangenen Tagen wegen der starken Rauchentwicklung verlassen oder waren vorsorglich evakuiert worden.
Auch in anderen Teilen des Landes bleiben die Einsatzkräfte gefordert. Kleinere Brände beschäftigen die Feuerwehr auf der Halbinsel Peloponnes nahe der Hafenstadt Patras sowie auf den Inseln Andros, Paros und Kalymnos. Auf Paros kämpfen die Einsatzkräfte weiterhin gegen Glutnester und das Wiederaufflammen eines bereits seit Dienstag brennenden Feuers. Auf Andros und Kalymnos hat sich die Lage dagegen inzwischen entspannt.
- TÜRKEI
Einsatzkräfte in der Türkei kämpfen weiter gegen zahlreiche Waldbrände im Süden und Westen des Landes, die durch starke Winde angefacht werden. Seit Mittwoch habe man landesweit bei 169 Bränden eingegriffen, 163 davon seien am Donnerstagabend vollständig unter Kontrolle gebracht worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur den Forstminister Ibrahim Yumakli.
Der Waldbrand, der am Dienstag im Bezirk Kaş in Antalya ausgebrochen war, wurde nach intensiven Löschmaßnahmen aus der Luft und vom Boden aus unter Kontrolle gebracht, ebenso der Brand im westtürkischen Isparta. Ein Sturm in Antalya habe die Löscharbeiten erschwert, sagte Yumakli. Es seien landesweit 21 Flugzeuge, 69 Helikopter, etwa 500 Löschfahrzeuge und mehr als 3.500 Kräfte im Einsatz.