Unwetter wütet im Westen Deutschlands

Heftige Gewitter, Starkregen und Hagel ziehen über den Westen Deutschlands. Bäume stürzen um, Straßen sind überflutet, Fernzüge werden zurückgehalten.
dpa |
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Wegen einer Gewitterfront gelten Unwetterwarnungen im Westen Deutschlands.
Wegen einer Gewitterfront gelten Unwetterwarnungen im Westen Deutschlands. © David Ebener/dpa
Münster

Eine Unwetterfront mit Gewitter und kräftigem Regen ist über Teile Nordrhein-Westfalens gezogen. Bäume stürzten um, Keller liefen voll, Straßen wurden überflutet, Fernzüge mussten in Bahnhöfen warten und Ruderer wurden aus einem Fluss gerettet. Mehrere Städte berichteten von zahlreichen Feuerwehreinsätzen am Freitagabend.

Bäume auf Gleisen

Wegen der Unwetter kam es nach Angaben der Deutschen Bahn auf verschiedenen Strecken in NRW zu Beeinträchtigungen und Sperrungen. Oft lagen Bäume auf den Gleisen. In Münster musste die Feuerwehr einen entwurzelten Baum aus einer Bahnoberleitung holen - die Bahnstrecke wurde dafür zeitweise gesperrt.

Auch der Fernverkehr war beeinträchtigt. Die Züge warteten nach Angaben der Bahn aus Sicherheitsgründen an Bahnhöfen den Durchzug der Gewitterfront ab und setzten danach die Fahrt fort. Betroffen seien die Fernverkehrsverbindungen Münster - Osnabrück - Bremen sowie von Osnabrück in die Niederlande und vom Ruhrgebiet nach Hannover.

Der Zugbetrieb der Linie RE 6 (RRX) zwischen Hamm und Minden in Ostwestfalen sei eingestellt worden, hieß es auf der Seite Zuginfo.NRW. Auch auf weiteren Strecken etwa zwischen Hagen und Gevelsberg, Lippstadt und Hofgeismar sowie in Münster fuhren keine Züge mehr.

Unwetter auch über Klimacamp

Über dem Bereich eines Klimacamps in Dortmund zog ein schweres Gewitter auf. Zum Schutz der Teilnehmenden stellten die Feuerwehr und die Stadt Hamm nach Angaben der Dortmunder Polizei einen Bustransfer zu einer Turnhalle für die Aktivisten zur Verfügung.

Münster: Ruderer halten sich an Baum fest

In Münster hatte die Feuerwehr binnen zwei Stunden mehr als 120 Einsätze. "Wir haben Vollarm hier", sagte ein Sprecher der Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur. Viele Keller liefen voll, auf den Straßen lagen umgestürzte Bäume. Zwei Ruderer wurden aus der Werse gerettet. "Sie waren von dem 
Unwetter überrascht worden und hielten sich in Ufernähe an einem Baum 
fest", teilte die Feuerwehr mit. Ein Open-Air-Konzert musste nach Angaben des WDR nahe der Halle Münsterland abgebrochen werden.

Witten: Autofahrer von Dach gerettet

Bei dem Versuch, eine überflutete Straße zu durchfahren, blieb ein Autofahrer in Witten mit seinem Fahrzeug im Wasser stecken. Er kletterte auf das Fahrzeugdach und wurde dann von der Feuerwehr unverletzt gerettet, wie diese mitteilte. Die Einsatzkräfte waren wegen des Gewitters aber auch wegen abgeknickter Bäume und Wasser auf Fahrbahnen und in Gebäuden unterwegs. 

Kreis Warendorf: Blitz schlägt ein

Auch im Kreis Warendorf stürzten Bäume um und Keller liefen voll. In der Stadt Warendorf gebe es aktuell rund 20 Einsätze, unter anderem sei ein Blitz in ein ländliches Anwesen eingeschlagen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Es würden aber mehr Einsätze erwartet. Die Leitstelle für den Kreis Warendorf laufe vor Notrufen über.

Soest: Rund 350 Einsatzkräfte unterwegs

Im Kreis Soest waren am Abend nach Angaben der Feuerwehr rund 350 Einsatzkräfte unterwegs. Der Schwerpunkt lag dabei im nördlichen Kreisgebiet, insbesondere in der Stadt Lippstadt mit rund 50 unwetterbedingten Einsätzen. Die Bahnlinien Soest-Dortmund, Soest-Hamm und Soest-Lippstadt waren unwetterbedingt gesperrt. Eine Einsatzkraft wurde an der Hand verletzt.

Warnung des Deutschen Wetterdienstes

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte für Teile Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens vor schwerem Gewitter, heftigem Starkregen und Hagel. Eine amtliche Unwetterwarnung (Stufe 3 von 4) gab der Wetterdienst am frühen Abend für Gebiete im Südwesten Niedersachsens und im Norden Nordrhein-Westfalens heraus.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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