Gewitter im Anmarsch: So schützt man sich vor Blitzen

Diese Woche ziehen kräftige Gewitter über Deutschland. Doch wie viele Menschen trifft hierzulande jährlich ein Blitz? Wer die wichtigsten Verhaltensregeln kennt, senkt das Risiko erheblich. Vom sicheren Unterschlupf bis zur Ersten Hilfe bei Blitzopfern.
(ncz/spot) |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Blitzeinschläge können tödlich sein.
Blitzeinschläge können tödlich sein. © Mihai Simonia/iStock via Getty Images

Nach den heißen Sommertagen ziehen diese Woche in vielen Teilen Deutschlands kräftige Gewitter auf. Neben Starkregen, Hagel und Sturmböen besteht auch Blitzgefahr. Wer sich bei einem Gewitter richtig verhält, kann das Risiko eines Blitzunfalls deutlich verringern.

Jedes Jahr werden in Deutschland laut unterschiedlicher Angaben schätzungsweise bis zu 200 Menschen vom Blitz getroffen. Der VDE geht von Unfällen mit etwa 110 jährlich verletzten Personen aus. Etwa vier Menschen sterben demzufolge jedes Jahr an den Folgen eines Blitzschlags - deutlich weniger als noch vor einigen Jahrzehnten. Das liegt wohl unter anderem mit daran, dass heute mehr Menschen wissen, wie sie sich bei Gewitter schützen können.

Wann wird ein Gewitter gefährlich?

Ist Donnergrollen zu hören, befindet sich das Gewitter laut VDE weniger als zehn Kilometer entfernt. Vergehen zwischen Blitz und Donner zehn Sekunden oder weniger, besteht demzufolge akute Blitzgefahr - ein Einschlag kann jederzeit erfolgen. Erst wenn mindestens 30 Minuten lang kein Donner mehr zu hören ist, gilt die Gefahr als gebannt.

Im Freien vor Gewitter schützen

Wer sich im Freien aufhält, sollte bei aufziehendem Gewitter möglichst schnell Schutz in einem festen Gebäude oder einem geschlossenen Auto suchen. Das Metallgehäuse eines Autos wirkt wie ein Faradayscher Käfig und leitet den Blitzstrom außen um die Insassen herum.

Ist kein sicherer Unterschlupf erreichbar, sollte man sich möglichst klein machen und nicht den höchsten Punkt im Gelände bilden. Empfohlen wird die sogenannte Blitzschutzhocke: in die Hocke gehen, die Füße eng zusammenstellen und den Kopf einziehen. Flach auf den Boden legen sollte man sich dagegen nicht, da dadurch die Gefahr sogenannter Schrittspannung steigt.

Außerdem sollte ausreichend Abstand zu einzeln stehenden Bäumen, Metallzäunen, Masten, Fahrrädern sowie zu Gewässern gehalten werden. Auch Gruppen sollten sich verteilen und einige Meter Abstand zueinander halten, damit im Ernstfall nicht mehrere Personen gleichzeitig verletzt werden.

Was passiert bei einem Blitzschlag?

Trifft ein Blitz einen Menschen, wirken innerhalb von Sekundenbruchteilen Spannungen von mehreren Hunderttausend Volt. Der größte Teil des Stroms fließt zwar über die Körperoberfläche ab, dennoch kann es zu schweren Verbrennungen kommen. Besonders gefährlich sind die Auswirkungen auf Herz und Nervensystem: Der Herzschlag kann aussetzen, ebenso die Atmung.

Neben lebensbedrohlichen Verletzungen treten häufig Beschwerden wie Kribbeln in Armen und Beinen, Schwindel, Übelkeit sowie Seh-, Hör- oder Riechstörungen auf. Auch Gedächtnisprobleme und chronische Schmerzen können langfristige Folgen eines Blitzschlags sein.

Erste Hilfe bei einem Blitzschlag

Wird in der Nähe eine Person von einem Blitz getroffen, ist es wichtig, sofort zu handeln. Schnelle Erste Hilfe kann Leben retten: Bei einem Herzstillstand führt die fehlende Sauerstoffversorgung nach drei bis vier Minuten zu einer dauerhaften Schädigung des Gehirns. Gut zu wissen: Dass ein zweiter Blitzschlag unmittelbar nach dem ersten an gleicher Stelle einschlägt, gilt als unwahrscheinlich, ist aber nicht ausgeschlossen. Verletzte Personen sollten möglichst schnell an einen sicheren Ort gebracht werden. Es ist ungefährlich, die verletzte Person zu berühren.

Zunächst sollte man das Bewusstsein der Person prüfen und in jedem Fall den Notruf 112 verständigen. Reagiert die Person, kann man ihr Hilfe je nach Notwendigkeit leisten und gemeinsam auf den Notdienst warten.

Reagiert die Person nicht, sollte sie zunächst auf den Rücken gedreht werden. Dann ist es wichtig, die Atemwege freizumachen: Dazu den Kopf leicht überstrecken und das Kinn anheben, dann die Atmung durch Sehen, Hören und Fühlen prüfen. Atmet die Person normal, sollte sie in die stabile Seitenlage gebracht und der Atem weiter kontrolliert werden, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Hat die Person keine normale Atmung (Atemstillstand oder Schnappatmung), sollten bis zum Eintreffen professioneller Hilfe Herzdruckmassagen und Beatmung im steten Wechsel erfolgen: 30 Mal drücken und zweimal beatmen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.