Gesetze und Regeln: Das ändert sich zum 1. September

Mit dem 1. September treten einige neue Regeln in Kraft. So müssen sich etwa Fluggäste auf schärfere Kontrollen einstellen und Autokäufer tiefer in den Geldbeutel greifen. Für Eltern gibt’s ein paar Euro mehr.
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Am 1. September treten neue Regelungen in Kraft: was sich alles ändert.
Jens Büttner; Frank Leonhardt; Kai Remmers/dpa Am 1. September treten neue Regelungen in Kraft: was sich alles ändert.

FLUGKONTROLLEN & -TICKETS

Fluggäste müssen ab heute mit erweiterten Kontrollen an den europäischen Flughäfen zur Verhinderung von Terroranschlägen rechnen. Auch an deutschen Airports werden Passagiere samt Handgepäck und eventueller elektronischer Geräte dann verstärkt auf Spuren von Sprengstoffen untersucht. Die Prüfungen sollen genauer als bisher und nach besseren technischen Standards ablaufen. Das sieht eine geänderte EU-Verordnung vor.

Zudem führt die Lufthansa trotz Protesten und Klagen der Reisebranche eine neue Extragebühr für Tickets ein, die über globale Reservierungssysteme (GDS) gebucht werden. Von Dienstag an werden die Buchungen mit einer Gebühr von jeweils 16 Euro belegt.

KFZ-STEUER

Die strengere Abgasnorm „Euro 6“ müssen ab heute alle Neuwagen mit Benzin- oder Dieselantrieb erfüllen. Generell gilt: Liegt der CO2-Ausstoß von Neufahrzeugen über 95 Gramm pro Kilometer, so wird eine Umwelt-steuer einkassiert, die CO2-Steuer. Zudem fällt für jeden Kfz-Halter der Kfz-Steuergrundbetrag an. Der errechnet sich nur nach dem Hubraum. Die Zahl wird durch 100 geteilt und bei einem Benziner mal zwei genommen, beim Diesel mit 9,5 multipliziert.

Das Ergebnis: der steuerliche Grundbetrag, der jedem Autobesitzer jährlich abgebucht wird. Mit der „Euro 6“-Norm wird nun die Kfz-Steuer für Wagen, deren Erstzulassung ab September erfolgt, teurer.

KINDERGELD

Ab September gibt’s vier Euro mehr Kindergeld. Die Regelung tritt rückwirkend zum 1. Januar 2015 in Kraft. Für die acht Monate bekommen Familien pro Kind also 32 Euro nachgezahlt. Es gibt rund 8,9 Millionen Berechtigte in der Bundesrepublik. Zum 1. Januar 2016 steigt der Betrag um weitere zwei Euro je Kind.

Somit hebt sich die Zahlung aktuell für das erste und zweite Kind von 184 auf 188 Euro, für das dritte Kind von 190 auf 194 Euro und für jedes weitere Kind von 215 auf 219 Euro pro Monat an. Ab Januar sind’s dann fürs erste und fürs zweite Kind jeweils 190 Euro, fürs dritte 196 Euro und für jedes weitere dann 221 Euro. Die Nachzahlung soll bis spätestens Oktober erfolgen.

HEIZUNGEN

Ab dem 26. September gibt es für Heizungen und Warmwasseraufbereiter ein Effizienzlabel mit den Buchstabenklassen A++ bis G sowie diverse Mindestanforderungen für den Energieverbrauch. Darauf sollten auch Verbraucher achten, wenn sie ihre Heizung auswählen. Seit Jahresbeginn gelten bereits für Kaminöfen neue strengere Regeln für den Ausstoß von Kohlendioxid und Staub.

Beim Kauf sollten Verbraucher deswegen auf einen Nachweis gemäß der zweiten Stufe der Bundesimmissionsschutz-Verordnung achten. Vor 1975 eingebaute Öfen müssen bereits ab Januar Grenzwerte einhalten oder mit einem Filter nachgerüstet werden. Infos dazu gibt’s beim Hersteller.

Lesen Sie hier: AZ-Service: Richtig heizen, wenn’s kalt wird

ONLINE-SPRECHSTUNDEN

Sprechstunden über das Internet sollen künftig Patienten Wege und Wartezeiten ersparen. Die Techniker Krankenkasse (TK) will am 1. September zusammen mit Hautärzten ein entsprechendes Pilotprojekt starten. Patient und Arzt sollen per Videotelefonie zur Online-Sprechstunde zusammengebracht werden. Diese kann über jeden Computer mit einem Internet-Browser und einer herkömmlichen Webcam gestartet werden.

Die Software dazu liefert das Lübecker Unternehmen Patientus. Online-Sprechstunden sollen laut der Krankenkasse auch die Praxen der Ärzte entlasten. Diagnose und Therapie müssten aber im persönlichen Kontakt besprochen werden.

BÄCKER-AZUBIS

Auszubildende im Backhandwerk erhalten ab heute mehr Geld. Grund dafür ist der neue Tarifvertrag zur Ausbildungsvergütung, der zum 1. September in Kraft tritt. Demnach bekommen die Lehrlinge in Deutschland im ersten Ausbildungsjahr genau 470 Euro monatlich brutto. Dies entspricht einer Erhöhung von 20 Euro.

Seit Jahren leidet die Bäckerbranche unter fehlenden Auszubildenden. Verbände suchen bereits nach Lösungen, um den Beruf für Jugendliche wieder attraktiver zu machen. Ein erster Schritt ist nun, dass die Ausbildungsvergütung angehoben wird. Laut einer Studie schrecken vor allem die Arbeitszeiten im Backhandwerk potenzielle Bewerber ab.

 

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