Genua: Ex-Fußballprofi überlebt Einsturz der Brücke

"Ich habe das Bild der zusammenbrechenden Brücke noch immer vor mir": Der italienische Ex-Fußballprofi David Capello ist mit seinem Auto in die Tiefe gestürzt - und hat überlebt. An ein Wunder glaubt auch ein Lkw-Fahrer, der sich in letzter Sekunde retten konnte. 
| dpa
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Rettungsarbeiten unter den Trümmern der eingestürzten Morandi-Autobahnbrücke.
Luca Zennaro/ANSA/AP/dpa Rettungsarbeiten unter den Trümmern der eingestürzten Morandi-Autobahnbrücke.

Genua - Wie durch ein Wunder hat der italienische Ex-Fußballprofi Davide Capello den Brücken-Einsturz von Genua überlebt.

Er stürzte am Dienstag beim Zusammenbruch der über 40 Meter hohen Morandi-Brücke mit seinem Auto in die Tiefe. "Ich erinnere mich an die Straße, die nach unten stürzte. Und ich hatte das Glück, dass ich, ich weiß auch nicht wo, gelandet bin", sagte er Reportern am Dienstag im Krankenhaus.

Es sei wie eine Szene aus einem apokalyptischen Film gewesen, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Ansa. Capello spielte beim sardischen Erstligisten Cagliari Calcio, damals noch ein Serie-B-Verein. Mittlerweile arbeitet er für die Feuerwehr. Er selbst habe die Rettungskräfte an der Unglücksstelle informiert und auch seine Familie verständigt. "Es war schockierend", sagte Capello mehrfach zu den Reportern. Er habe noch immer das Bild der zusammenbrechenden Brücke vor sich.

Auch Lkw-Fahrer Luigi nuss jetzt an Wunder glauben: Er überlebte ebenfalls ganz knapp das Unglück. Die Autobahn seid dicht befahren gewesen, erklärte er in TV-Interviews. Als er gemerkt habe, was vor sich ging, habe er den Rückwärtsgang eingelegt und sei einige Meter zurückgefahren. "Ich habe fluchtartig den Truck verlassen und bin davongelaufen, bis ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte."

Auf vielen Fotos von der Brücke ist ein grün-blauer Transporter zu erkennen, der nur wenige Meter hinter dem Brückenabgrund zu sehen ist. Luigi: "Das ist meiner."


Foto: Luca Zennaro/ANSA/AP/dpa 

Das sagt Ex-Profi Briegel über die Genua-Brücke

Der frühere Fußball-Nationalspieler Hans-Peter Briegel, von 1986 bis 1988 in Diensten von Sampdoria Genua, hat die nun eingestürzte Brücke in der italienischen Stadt als beklemmendes Bauwerk bezeichnet.

"Das war wie eine Achterbahn. Ich war immer froh, wenn ich da drüber war", sagte der 62-Jährige am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Vor allem die spiralförmige Ausfahrt hat mich sehr nervös gemacht - da fährt man wie ins Nichts, ins Leere." Zuletzt sei er vor zwei Jahren in Genua gewesen, sagte Briegel.

Über den Einsturz der Brücke äußerte er sich entsetzt. "Ich habe ein paar Bekannte in Genua angerufen und gefragt, ob sie in Ordnung sind. Einer meiner Freunde ist heute Morgen noch über die Brücke gefahren", sagte der Fußball-Europameister von 1980.

Der Einsturz sei für Genua besonders tragisch, weil die Stadt aufgrund ihrer Lage sehr viele Brücken besitze. "Die Menschen müssen jetzt mit diesem Unglück leben und werden wohl jedes Mal, wenn sie über eine der Brücken fahren, daran denken", sagte der Ex-Profi des 1. FC Kaiserslautern

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