Flugzeugunglück in Thailand: Tödlicher Sturm überm Paradies

Eine Urlaubermaschine rutscht in den Tower von Ko Samui in Thailand. Bei dem Unglück stirbt der Pilot, sechs Touristen werden verletzt. Vier Deutsche sind an Bord und kommen mit dem Schrecken davon.
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Flugzeugabsturz in Thailand
AP Flugzeugabsturz in Thailand

Eine Urlaubermaschine rutscht in den Tower von Ko Samui in Thailand. Bei dem Unglück stirbt der Pilot, sechs Touristen werden verletzt. Vier Deutsche sind an Bord und kommen mit dem Schrecken davon.

Schlechtes Wetter im Paradies. Die Landebahn war glatt auf Ko Samui, es war der Horror für 68 Touristen auf einer der beliebtesten Inseln Thailands. Die Maschine rutschte in den stillgelegten Tower. Der Pilot starb, vier Deutsche überlebten unverletzt.

Die riesigen grünen Palmenblätter auf dem Heck der weißen Propellermaschine der Bangkok Airways verströmen entspannte Tropenatmosphäre. Riedgedeckte offene Gebäude mit Korbsesseln erwarten die Gäste an dem kleinen Flughafen, der für sich als der schönste der Welt wirbt. Doch dann bringen am Dienstag stürmische Winde und heftiger Regen die zweimotorige Propellermaschine bei der Landung ins Straucheln. Der Pilot verliert die Kontrolle, das Flugzeug rutscht von der Rollbahn – direkt in einen stillgelegten Kontrollturm. Sechs ausländische Touristen werden verletzt, die übrigen der 68 Passagiere, darunter vier Deutschesowie vier Besatzungsmitglieder kommen mit dem Schrecken davon. „Sie ruhen sich im Hotel aus und werden später nach Bangkok zurückgeflogen“, sagte eine Airline-Sprecherin. Die Maschine kam aus Grabi, einem anderen beliebten Urlaubsziel in Thailand.

Schnell machen kurz nach der missglückten Landung um 14.30 Uhr Ortszeit Meldungen von zehn Toten und etwa 40 Verletzten die Runde. Doch am späten Nachmittag teilt die Fluggesellschaft Bangkok Airways offiziell mit: Der Pilot kam bei dem Unfall ums Leben, sechs ausländische Passagiere erlitten Verletzungen. „Zwei Briten, ein Schweizer und ein Italiener brachen sich die Beine“, sagt der Präsident der Fluggesellschaft, Puttipong Prasarttong-Osothy. Zwei Briten wurden leicht im Gesicht verletzt. Unter den Passagieren befanden sich zahlreiche Ausländer – neben Deutschen, Briten, Italienern und Schweizern auch Dänen und Iren.

Der Präsident entschuldigt sich bei den Passagieren und spricht den Opfern sein tiefes Bedauern aus. Auch erklärt er, dass der ums Leben gekommene Pilot ein sehr erfahrener Kollege gewesen sei. Er habe 19 Jahre für Bangkok Airways gearbeitet und sei 14 Jahre die Maschine des Typs ATR 72 geflogen.Der Unfall soll jetzt gründlichst untersucht werden.

Dort wo einst die Lotsen im Tower den Flugverkehr des 1989 eröffneten Airports beobachteten und inzwischen Feuerwehrwagen geparkt sind, steckt nun der Bug des weißen Urlaubsfliegers. Mit Leitern gelangen Retter an das Cockpit, sichern das Gebäude und befreien den Co-Piloten, der im Cockpit eingeklemmt liegt. 13 Flüge müssen an dem Tag abgesagt werden. Doch Präsident Puttipong versichert: „Noch am späten Dienstagabend wird die Rollbahn wieder freigegeben.“ Der 1968 als Sahakol Air gegründeten privaten Fluggesellschaft Bangkok Airways gehört der Samui Airport, den sie auch betreibt. Dort ereignete sich auch der bis Dienstag einzige Unfall der Airline. Im November 1990 war eine zweimotorige Maschine bei heftigem Regen gelandet und dabei verunglückt. Damals starben alle 38 Menschen an Bord. Die südthailändische Tropeninsel Ko Samui ist ein beliebtes Urlaubsziel. Etwa 36000 Menschen leben dort. Bis zu den 80er Jahren war Ko Samui vor allem Ziel für Aussteiger und Rucksacktouristen. In den vergangenen Jahren hielt immer mehr der Pauschaltourismus Einzug. Von dem verheerenden Tsunami, der andere Regionen verwüstete, blieb die Insel 2004 verschont.

Britta Schmeis

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