Fitnessstudio, Luxus-Kabinen, Lesesalon: Neue Bilder zeigen die Titanic in Farbe

Nachcolorierte Bilder zeigen erstmals in vollem Ausmaß den Prunk, die Eleganz und den Luxus auf dem berühmtesten Schiff der Welt, das vor mehr als 100 Jahren gesunken ist.
| Ruth Schormann
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Von Southampton nach New York sollte sie fahren – doch sie ist nie angekommen: die 269 Meter lange RMS Titanic der britischen Reederei White Star Line.
Thomas Schmid/Exlusivepix Media/actionpress 6 Von Southampton nach New York sollte sie fahren – doch sie ist nie angekommen: die 269 Meter lange RMS Titanic der britischen Reederei White Star Line.
Sportlich! So hat das "Fitnessstudio" auf der Titanic ausgesehen.
Thomas Schmid/Exlusivepix Media/actionpress 6 Sportlich! So hat das "Fitnessstudio" auf der Titanic ausgesehen.
Hier lässt es sich aushalten: der Lesesalon der "First Class".
Thomas Schmid/Exlusivepix Media/actionpress 6 Hier lässt es sich aushalten: der Lesesalon der "First Class".
Dieses Zimmer kostet 1912 etwa 550 Dollar pro Überfahrt.
Thomas Schmid/Exlusivepix Media/actionpress 6 Dieses Zimmer kostet 1912 etwa 550 Dollar pro Überfahrt.
Luxus pur: eine Kabine mit Stuckverzierungen und Stofftapeten.
Thomas Schmid/Exlusivepix Media/actionpress 6 Luxus pur: eine Kabine mit Stuckverzierungen und Stofftapeten.
Ein Empfangssalon in der Ersten Klasse mit aufwendigen Gemälden.
Thomas Schmid/Exlusivepix Media/actionpress 6 Ein Empfangssalon in der Ersten Klasse mit aufwendigen Gemälden.

Nachcolorierte Bilder zeigen erstmals in vollem Ausmaß den Prunk, die Eleganz und den Luxus auf dem berühmtesten Schiff der Welt, das vor mehr als 100 Jahren gesunken ist.

Sie war bis dahin der größte Dampfer aller Zeiten, sollte ein Schiff für die Ewigkeit sein, galt als unsinkbar. Doch am 15. April 1912 ging die Titanic unter, knapp 1500 Menschen starben bei dem Unglück auf der Jungfernfahrt von Southampton nach New York.

Seitdem beschäftigt sie nicht nur Geschichtsinteressierte und Wissenschaftler – der Luxusliner übt auf viele eine ungeheure Faszination aus. Auch auf Thomas Schmid. Auf seiner Homepage "3D History" beschreibt er, dass er bereits als sechsjähriger Bub aus Lego-Steinen ein erstes Titanic-Modell gebaut habe.

Die Begeisterung für das Luxusschiff hält bis ins Erwachsenenalter an. In einem einzigartigen Projekt haben Schmid und seine Kollegen Originalaufnahmen von der Ausstattung an Bord und vom Schiff selbst nachgefärbt – so, wie es wirklich gewesen ist.

Die Farben seien sorgsam ausgewählt, entsprechend der Materialien, die beim Bau des Schiffes verwendet wurden, und den Anweisungen, die die Maler vor über 100 Jahren erhalten haben, sagt Schmid.

In Farbe erscheint das legendäre Schiff noch erhabener

Und diese Bilder machen deutlicher, als es anhand der üblichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen jemals möglich war, wie prunkvoll und edel das Schiff ausgestattet war. Klotzen nicht kleckern lautete das Motto bei dem Luxuskreuzer. Vor allem in den Zimmern der Ersten Klasse wird das sichtbar.

Auch von außen sollte der Dampfer etwas her machen: So war der vierte Schornstein eher Attrappe als tatsächlich nützlich. Er diente nur zur Entlüftung, nicht als Rauchabzug.

In den Suiten der "First Class", hingen Stofftapeten mit aufwendigen Ornamenten in Gold und Bordeaux-Rot. Mit Satin und Samt bezogene Decken liegen auf den Betten, die von goldenen Lampen angestrahlt werden. Selbst die Zimmerdecken sind mit Stuckborten verziert. Wer in diese Bilder eintaucht, wäre gerne auf dem Schiff mitgefahren. Wer sich an das traurige Schicksal der Menschen an Bord erinnert, erkennt die bittere Ironie.

Dass die Ästhetik wichtiger war als die Sicherheit, ist aber ein Irrtum. Es gab mehr Rettungsboote als vorgeschrieben auf der Titanic. Doch die Vorschriften waren veraltet. Und so gab es nicht genug Platz für jeden Fahrgast. Knapp 1500 Menschen ertranken.

Einige der nachcolorierten Bilder sehen Sie oben in der Galerie.

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