Finger in die Ohren gegen Schluckauf? Mit diesen Tricks bekämpfen Sie das nervige Hicksen

Luft anhalten, Wasser trinken, an den Ohren kraulen: Warum Tipps und Tricks gegen Schluckauf keine reinen Ablenkungsmanöver sind und welcher Sinn dahinter steckt.
Petra Esselmann |
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Was hat sich die Natur bloß beim Schluckauf gedacht? Beim erwachsenen Menschen jedenfalls scheint er keinen besonderen Sinn mehr zu erfüllen. Wohl aber bei den ganz Kleinen, wie Theorien besagen. Wie sagen Ihnen, was Sie gegen das nervige Hicksen tun können und warum auch Finger in den Ohren helfen können ...
iStock/Krishna Tedjo 17 Was hat sich die Natur bloß beim Schluckauf gedacht? Beim erwachsenen Menschen jedenfalls scheint er keinen besonderen Sinn mehr zu erfüllen. Wohl aber bei den ganz Kleinen, wie Theorien besagen. Wie sagen Ihnen, was Sie gegen das nervige Hicksen tun können und warum auch Finger in den Ohren helfen können ...
Schon im Mutterleib wird der heranwachsende Mensch vom Schluckauf geschüttelt, und auch Säuglinge sucht er noch häufig heim. Deshalb wird angenommen, dass er ein Schutzmechanismus sein könnte, um zu verhindern, dass Flüssigkeit in die Lunge gelangt.
iStock/strelov 17 Schon im Mutterleib wird der heranwachsende Mensch vom Schluckauf geschüttelt, und auch Säuglinge sucht er noch häufig heim. Deshalb wird angenommen, dass er ein Schutzmechanismus sein könnte, um zu verhindern, dass Flüssigkeit in die Lunge gelangt.
Beim Schluckauf zieht sich das Zwerchfell, ein wesentlicher Bestandteil der Atemmuskulatur, der sich zwischen Brust- und Bauchhöhle befindet, abrupt zusammen. Gleichzeitig verschließt sich die Stimmritze im Kehlkopf und die eingeatmete Luft prallt daran ab. Ein charakteristischer Laut entsteht: "Hicks".
iStock/magicmine 17 Beim Schluckauf zieht sich das Zwerchfell, ein wesentlicher Bestandteil der Atemmuskulatur, der sich zwischen Brust- und Bauchhöhle befindet, abrupt zusammen. Gleichzeitig verschließt sich die Stimmritze im Kehlkopf und die eingeatmete Luft prallt daran ab. Ein charakteristischer Laut entsteht: "Hicks".
Warum macht das Zwerchfell solche Sprünge? Meist entsteht Schluckauf durch einen Reiz auf den Nervus phrenicus, den Zwerchfellnerv, oder auf den Vagusnerv, der weitverzweigt vom Gehirn in die Bauchhöhle verläuft. Solche Reize können durch zu heiße oder zu kalte Getränke oder Speisen verursacht werden, indem zu schnell oder auch zu viel gegessen wird, durch Alkohol oder Nikotin, aber auch durch Stress.
iStock/ablokhin 17 Warum macht das Zwerchfell solche Sprünge? Meist entsteht Schluckauf durch einen Reiz auf den Nervus phrenicus, den Zwerchfellnerv, oder auf den Vagusnerv, der weitverzweigt vom Gehirn in die Bauchhöhle verläuft. Solche Reize können durch zu heiße oder zu kalte Getränke oder Speisen verursacht werden, indem zu schnell oder auch zu viel gegessen wird, durch Alkohol oder Nikotin, aber auch durch Stress.
Ein akuter Schluckauf kann aktiv beendet werden, wenn es gelingt, Atmung und Zwerchfell zu entspannen. Eine Möglichkeit, den Atem zu beruhigen, ist zum Beispiel, den Kohlendioxidspiegel im Blut zu erhöhen. Das erreicht man ganz einfach dadurch, indem man die Luft für etwa eine halbe Minute anhält.
iStock/Jtasphoto 17 Ein akuter Schluckauf kann aktiv beendet werden, wenn es gelingt, Atmung und Zwerchfell zu entspannen. Eine Möglichkeit, den Atem zu beruhigen, ist zum Beispiel, den Kohlendioxidspiegel im Blut zu erhöhen. Das erreicht man ganz einfach dadurch, indem man die Luft für etwa eine halbe Minute anhält.
Den gleichen Effekt - eine höhere Kohlendioxidkonzentration im Blut - hat es, in eine Papiertüte zu atmen. Aber Achtung: Diese Methode sollte man unbedingt beenden, ehe sich Schwindel einstellt. Wer es zu sehr übertreibt, kann sogar ohnmächtig werden.
iStock/ajr_images 17 Den gleichen Effekt - eine höhere Kohlendioxidkonzentration im Blut - hat es, in eine Papiertüte zu atmen. Aber Achtung: Diese Methode sollte man unbedingt beenden, ehe sich Schwindel einstellt. Wer es zu sehr übertreibt, kann sogar ohnmächtig werden.
Auch die Zunge kann bei der Besänftigung des Zwerchfells Dienste leisten, sogar auf verschiedene Weise: Wer die Zunge herausstreckt oder nach hinten rollt, atmet tiefer in den Bauch. Wer leicht an der Zunge zieht, kann dadurch den Vagusnerv stimulieren und für Beruhigung sorgen.
iStock/VladimirFLoyd 17 Auch die Zunge kann bei der Besänftigung des Zwerchfells Dienste leisten, sogar auf verschiedene Weise: Wer die Zunge herausstreckt oder nach hinten rollt, atmet tiefer in den Bauch. Wer leicht an der Zunge zieht, kann dadurch den Vagusnerv stimulieren und für Beruhigung sorgen.
Es mag merkwürdig anmuten, aber sich leicht die Finger in die Ohren stecken und bewegen ist fast ein bisschen wie Zwerchfell streicheln: Denn auch an den Ohren kommt der umherschweifende (Lateinisch: vagus) Vagusnerv vorbei.
iStock/Viktor_Gladkov 17 Es mag merkwürdig anmuten, aber sich leicht die Finger in die Ohren stecken und bewegen ist fast ein bisschen wie Zwerchfell streicheln: Denn auch an den Ohren kommt der umherschweifende (Lateinisch: vagus) Vagusnerv vorbei.
Zwar kann ein sehr kaltes Getränk den Schluckauf erst hervorrufen. Der gleiche Reiz vermag ihn jedoch auch wieder abzustellen. Deshalb lautet eine der Empfehlungen gegen den Zwerchfellkrampf: eiskaltes Wasser trinken.
iStock/Farknot_Architect 17 Zwar kann ein sehr kaltes Getränk den Schluckauf erst hervorrufen. Der gleiche Reiz vermag ihn jedoch auch wieder abzustellen. Deshalb lautet eine der Empfehlungen gegen den Zwerchfellkrampf: eiskaltes Wasser trinken.
Viele Schlucke Wasser trinken ist generell ein guter Tipp gegen Schluckauf, vor allem wenn man sich unterdessen die Nase zuhält. So lässt sich auf Nervus vagus und Nervus phrenicus, der im Halsbereich entspringt, zugleich einwirken.
iStock/fizkes 17 Viele Schlucke Wasser trinken ist generell ein guter Tipp gegen Schluckauf, vor allem wenn man sich unterdessen die Nase zuhält. So lässt sich auf Nervus vagus und Nervus phrenicus, der im Halsbereich entspringt, zugleich einwirken.
Zufällige Zeugin einer Hollywood-Methode gegen Schluckauf wurde Jada Yuan bei einer Party während der Filmfestspiele in Cannes 2014. Die Reporterin schrieb bei "Vulture" darüber: Schauspielerin Jennifer Lawrence bekam einen Schluckauf und fragte sofort nach Wasser und jemandem, der es ihr einflößen könne ...
2021 Getty Images/Mike Coppola 17 Zufällige Zeugin einer Hollywood-Methode gegen Schluckauf wurde Jada Yuan bei einer Party während der Filmfestspiele in Cannes 2014. Die Reporterin schrieb bei "Vulture" darüber: Schauspielerin Jennifer Lawrence bekam einen Schluckauf und fragte sofort nach Wasser und jemandem, der es ihr einflößen könne ...
Jennifer Lawrence konnte die Wasserflasche nicht selbst halten, denn zu ihrer Methode gehört es, beide Arme hoch über den Kopf zu strecken und sie während des Trinkens ganz, ganz langsam abzusenken. Josh Hutcherson leistete Hilfestellung und gab seiner "Hunger Games"-Kollegin zu trinken. Wie später bei "Vulture" zu lesen war, entfuhr Jennifer Lawrence nach der Aktion tatsächlich kein Hicks mehr.
2014 Getty Images/Ian Gavan 17 Jennifer Lawrence konnte die Wasserflasche nicht selbst halten, denn zu ihrer Methode gehört es, beide Arme hoch über den Kopf zu strecken und sie während des Trinkens ganz, ganz langsam abzusenken. Josh Hutcherson leistete Hilfestellung und gab seiner "Hunger Games"-Kollegin zu trinken. Wie später bei "Vulture" zu lesen war, entfuhr Jennifer Lawrence nach der Aktion tatsächlich kein Hicks mehr.
Nicht nur an den Ohren oder der Zunge kann man den Vagusnerv erwischen und reizen. Es funktioniert auch im Rachenraum, beim Gurgeln. Da man dabei ganz von selbst auch den Atem anhält, sollte dieser Trick sogar doppelt gut funktionieren.
iStock/itakayuki 17 Nicht nur an den Ohren oder der Zunge kann man den Vagusnerv erwischen und reizen. Es funktioniert auch im Rachenraum, beim Gurgeln. Da man dabei ganz von selbst auch den Atem anhält, sollte dieser Trick sogar doppelt gut funktionieren.
Es kann sich auch entspannend auf das Zwerchfell auswirken, wenn die Körperhaltung verändert wird: Indem man im Sitzen oder Liegen die Beine fest an die Brust zieht, wird der Brustraum zusammengedrückt.
iStock/fotandy 17 Es kann sich auch entspannend auf das Zwerchfell auswirken, wenn die Körperhaltung verändert wird: Indem man im Sitzen oder Liegen die Beine fest an die Brust zieht, wird der Brustraum zusammengedrückt.
Zu guter Letzt hilft vielleicht doch noch das gute alte Ablenkungsmanöver: an drei Männer mit Glatze denken, zum Beispiel. Ebenso kann man auch überlegen, was man an den letzten drei Tagen gegessen hat. Entweder lässt sich das Gehirn dadurch vom Schluckauf abbringen oder aber das Zwerchfell entkrampft sich von alleine während der Gedankenspielerei.
iStock/kaelhser/kaelhser 17 Zu guter Letzt hilft vielleicht doch noch das gute alte Ablenkungsmanöver: an drei Männer mit Glatze denken, zum Beispiel. Ebenso kann man auch überlegen, was man an den letzten drei Tagen gegessen hat. Entweder lässt sich das Gehirn dadurch vom Schluckauf abbringen oder aber das Zwerchfell entkrampft sich von alleine während der Gedankenspielerei.
So weit, so launig, wenn der Schluckauf von der akuten, harmlosen und kurzlebigen Sorte ist. In seltenen Fällen kann er jedoch auch ein Alarmsignal sein: Keine Zeit darf mit Anti-Schluckauf-Tricks verloren werden, wenn er etwa von Seh- oder Sprachstörungen, Schwindelgefühl oder Lähmung begleitet wird. Dann könnte der Schluckauf etwa ein Schlaganfall-Symptom sein und der Notarzt ist zu rufen.
iStock/AndreyPopov 17 So weit, so launig, wenn der Schluckauf von der akuten, harmlosen und kurzlebigen Sorte ist. In seltenen Fällen kann er jedoch auch ein Alarmsignal sein: Keine Zeit darf mit Anti-Schluckauf-Tricks verloren werden, wenn er etwa von Seh- oder Sprachstörungen, Schwindelgefühl oder Lähmung begleitet wird. Dann könnte der Schluckauf etwa ein Schlaganfall-Symptom sein und der Notarzt ist zu rufen.
Manchmal kann der Schluckauf auch Symptom einer anderen Erkrankung sein. Vorsicht ist geboten, wenn er sich nicht so leicht abschütteln lässt. Wenn er über viele Stunden oder Tage andauert, immer wieder oder gemeinsam mit anderen Symptomen wie Sodbrennen oder Übelkeit auftritt, sollte ein Arzt zurate gezogen werden.
iStock/andrei_r 17 Manchmal kann der Schluckauf auch Symptom einer anderen Erkrankung sein. Vorsicht ist geboten, wenn er sich nicht so leicht abschütteln lässt. Wenn er über viele Stunden oder Tage andauert, immer wieder oder gemeinsam mit anderen Symptomen wie Sodbrennen oder Übelkeit auftritt, sollte ein Arzt zurate gezogen werden.

Oh, nein. Hicks. Irgendetwas hat den Vagusnerv irritiert. Oder den Nervus phrenicus. Hicks. Oder beide! Für die nächsten paar Sekunden oder Minuten ist Schluckauf angesagt. Das Zwerchfell zieht sich ruckartig zusammen, Luft wird eingesogen, gleichzeitig verschließt sich im Kehlkopf die Ritze zwischen den Stimmbändern und die Luft, die eingeatmet wird, knallt dagegen. Hicks. Ist es nur ein harmloser, akuter Schluckauf ohne Begleitsymptome, was in der Regel der Fall ist, kann man ihn aussitzen. Nach einer Weile wird sich das Zwerchfell von alleine wieder entspannen. Wer dafür keinen Nerv hat, kann versuchen, mit gezielten Tricks auf Nerven und Atmung einzuwirken und das Spektakel schneller zu beenden. Manch ein Hollywoodstar hat da erstaunliche Tipps auf Lager.

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