Feuersbrunst in Jugendheim: Mindestens 28 Tote in Guatemala

Nach einem Feuer in einem Heim für Kinder und Jugendliche in Guatemala ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 28 gestiegen. Mehrere Jugendliche seien in der Nacht ihren schweren Verbrennungen erlegen, teilten Krankenhaussprecher mit.
| dpa
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Eine Frau zündet eine Kerze zum Gedenken an die Opfer an.
Moises Castillo/dpa Eine Frau zündet eine Kerze zum Gedenken an die Opfer an.

Nach einem Feuer in einem Heim für Kinder und Jugendliche in Guatemala ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 28 gestiegen.

Guatemala-Stadt -  Mehrere Jugendliche seien in der Nacht ihren schweren Verbrennungen erlegen, teilten Krankenhaussprecher mit. Randalierende Jugendliche hatten am Vortag in der Einrichtung in der Ortschaft San José Pinula nahe Guatemala-Stadt Matratzen in Brand gesteckt. Das Feuer griff schnell auf den Rest des Anwesens über.

Die Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. "Die Regierung bedauert den Tod der Mädchen und Jugendlichen zutiefst", hieß es in einer Stellungnahme. Die Nationalflaggen im ganzen Land wurden auf halbmast gesetzt und öffentliche Veranstaltungen abgesagt.

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38 Jugendliche wurden in Krankenhäusern behandelt. Viele Verletzten waren in einem kritischen Zustand. "Sie haben Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten", sagte der Direktor des Roosevelt-Hospitals in Guatemala-Stadt, Carlos Soto, der Zeitung "Prensa Libre". "Die Verbrennungen, die ich gesehen habe, betreffen 50 Prozent der Körperoberfläche."

Im Hospital San Juan de Dios wurden 16 Jugendliche mit schweren Verbrennungen behandelt. "Einige wurden operiert. Andere werden künstlichen beatmet", sagte Klinikdirektor Juan Antonio Villeda. Die Jugendeinrichtung wird von der staatlichen Wohlfahrt betrieben. In dem Haus leben Kinder und Jugendliche, die wegen häuslicher Gewalt aus ihren Familien genommen wurden. Allerdings wurden zuletzt auch kriminelle Jugendliche in der Einrichtung untergebracht. Das führte zu erheblichen Spannungen.

Die gemeinsame Unterbringung sei ein Fehler, sagte Sozialminister Carlos Rodas. Die Chefjuristin der Regierung, Anabella Morfin, verwies darauf, ihre Behörde habe zuletzt bei zwei Richtern um die Verlegung besonders auffälliger Jugendlicher gebeten. Die Genehmigung sei aber nicht erteilt worden. "Diese Tragödie hätte verhindert werden können", sagte Morfin.

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Zuletzt hatten sich die Minderjährigen über schlechte Behandlung durch die Betreuer und schlechtes Essen beschwert. Nach Angaben einiger Parlamentarier gab es seit 2015 Hinweise darauf, dass Jugendliche aus der Einrichtung als Prostituierte rekrutiert wurden.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef bedauerte das Unglück. "Diese Mädchen, Jungen und Jugendliche müssen beschützt werden", schrieb die Organisation auf Twitter. Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten, Luis Almagro, forderte eine rasche Aufklärung des Vorfalls.

Die Generalstaatsanwaltschaft leitete eine Ermittlung ein. "Der Vorfall ist sehr bedauerlich. Als Staat müssen wir uns fragen: Was tun wir?", sagte Generalstaatsanwältin Thelma Aldana. Der Kongress forderte die verantwortlichen Beamten zum Rücktritt auf. Zudem beantragten die Abgeordneten die Schließung des Heims.

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