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Ex-Milliardär Benko wegen Betrugs verurteilt

Der österreichische Immobilienunternehmer René Benko ist wegen des Betrugs eines Investors in Millionenhöhe verurteilt worden.
von  AZ/dpa
Betrugsprozess gegen den Signa-Gründer.
Betrugsprozess gegen den Signa-Gründer. © Expa/ Johann Groder/APA/dpa

Der österreichische Immobilienunternehmer René Benko ist wegen des Betrugs eines Investors in Millionenhöhe verurteilt worden. Wie die Nachrichtenagentur APA und die Zeitung "Der Standard" berichteten, erhielt er am Landesgericht Innsbruck eine Zusatzstrafe von zwei Jahren - zusätzlich zu den zweieinhalb Jahren Haft aus einem vorangegangenen Prozess. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Geschädigt war die Stiftung des österreichischen Unternehmers Hans Peter Haselsteiner (82, Ex-Strabag-Chef). Diese hatte 2022 Aktien der Signa Development für fünf Millionen Euro erworben. Später soll Benko persönlich garantiert haben, dass die Stiftung ihr Geld zurückerhält, falls die erwarteten Dividenden nicht ausreichen.

Im Vertrauen auf diese Zusage überwies die Stiftung 3,3 Millionen Euro an Signa und verzichtete auf die Rückforderung weiterer 1,7 Millionen Euro. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Benkos Garantie keine ausreichende Grundlage hatte und die Stiftung dadurch um insgesamt fünf Millionen Euro geschädigt wurde.

Freispruch in anderem Anklagepunkt

In einem weiteren Anklagepunkt wurde der 49-Jährige freigesprochen. Dabei ging es um ein rund 80.000 Euro teures Jagdgewehr, das er nach Ansicht der Anklage vor seinen Gläubigern verborgen haben soll. Einen entsprechenden Vorsatz sah das Gericht nicht als erwiesen an.

Für Benko ist es bereits die dritte strafrechtliche Verurteilung im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch seines Signa-Imperiums. Der Konzern hatte Ende 2023 Insolvenz angemeldet. Der Fall gilt als eine der größten Unternehmenspleiten in der österreichischen Wirtschaftsgeschichte.

Benko weiter in U-Haft - mit Fußfessel

Zuvor war Benko im September wegen Gläubiger-Schädigung zu 30 Monaten Haft verurteilt worden. Er habe einen Mietkostenvorschuss von 360.000 Euro für ein Anwesen in Innsbruck geleistet, obwohl es um sein Signa-Firmen-Imperium bereits sehr kritisch stand, urteilte das Landesgericht Innsbruck.

Benko bleibe nach dem jüngsten Urteil weiter in Untersuchungshaft, sagte die Gerichtssprecherin. Er darf diese Haft seit Mitte Oktober mit einer Fußfessel in einer Privatwohnung verbringen. Weitere Ermittlungen gegen Benko rund um den Zusammenbruch der Signa-Gruppe laufen noch in Österreich und anderen Ländern, darunter auch in Deutschland.

Benko hatte den Signa-Konzern im Lauf von rund 20 Jahren zu einer bekannten Marke für Immobilien in exklusiven Innenstadt-Lagen ausgebaut. Der Einstieg in den stationären Handel bei den deutschen Kaufhausketten Kaufhof und Karstadt, steigende Zinsen, verlorenes Vertrauen der Banken und Managementfehler trieben Signa schließlich in die Insolvenz.

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