Ewigkeitschemikalien: So erkennt man PFAS in Kleidung und Kosmetik

PFAS stecken in Regenjacken, Pfannen und Lebensmittelverpackungen. Die EU schränkt die sogenannten Ewigkeitschemikalien zunehmend ein. Doch wie erkennt man sie im Alltag und worauf sollte man beim Einkauf achten?
von  (ncz/spot)
In vielen beschichteten Pfannen stecken PFAS.
In vielen beschichteten Pfannen stecken PFAS. © stockphotodirectors/iStock via Getty Images

Sie stecken in Regenjacken, beschichteten Pfannen, Lebensmittelverpackungen und sogar in Kosmetikprodukten: PFAS sind aus vielen Alltagsgegenständen kaum wegzudenken. Die sogenannten Ewigkeitschemikalien stehen jedoch zunehmend in der Kritik, weil sie sich in der Umwelt und teilweise auch im menschlichen Körper anreichern können. Die EU schränkt ihre Verwendung deshalb schrittweise ein. Doch woran lässt sich erkennen, ob ein Produkt PFAS enthält?

Was sind PFAS eigentlich?

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Dahinter verbirgt sich eine Gruppe von mehr als 10.000 künstlich hergestellten Chemikalien. Sie sind besonders wasser-, fett- und schmutzabweisend sowie hitzebeständig. Genau diese Eigenschaften machen sie für die Industrie interessant. Das Problem: Viele PFAS bauen sich in der Umwelt nur sehr langsam oder praktisch gar nicht ab. Deshalb werden sie auch als Ewigkeitschemikalien bezeichnet.

Einige dieser Stoffe stehen im Verdacht, die Gesundheit zu schädigen. Bestimmte PFAS können unter anderem das Immunsystem beeinflussen, die Leber schädigen oder das Risiko für bestimmte Erkrankungen erhöhen. Wie gefährlich eine Belastung ist, hängt allerdings von der jeweiligen Substanz und der aufgenommenen Menge ab.

PFAS-Verbot: Diese Regelungen gelten bereits

Ein umfassendes Verbot sämtlicher PFAS gibt es in der EU bislang nicht. Allerdings sind einzelne Stoffe und Untergruppen bereits reguliert. Seit August gelten beispielsweise neue Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelkontaktverpackungen. Betroffen sind unter anderem Pizzakartons, Fast-Food-Verpackungen, Popcorntüten und andere fettabweisende Verpackungen aus Papier und Karton. Verpackungen, die bestimmte PFAS-Grenzwerte überschreiten, dürfen nicht mehr neu auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht werden.

Seit dem 10. Oktober 2026 gilt außerdem eine Beschränkung für PFHxA und verwandte Stoffe. Sie betrifft unter anderem Kleidung, Schuhe und Accessoires für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie bestimmte Kosmetikprodukte. Konkret dürfen die erfassten Produkte bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten: 25 Mikrogramm pro Kilogramm für PFHxA und seine Salze sowie 1.000 Mikrogramm pro Kilogramm für PFHxA-verwandte Stoffe. Für bestimmte Anwendungen gibt es Ausnahmen.

Für weitere Textilien wie Teppiche, Vorhänge, Polstermöbel und Bettwäsche greift die PFHxA-Beschränkung ab dem Oktober 2027. Die EU arbeitet außerdem an einer umfassenderen Regulierung der gesamten PFAS-Gruppe. Wann diese in Kraft treten könnte, ist noch offen.

Wo verstecken sich PFAS im Alltag?

Die Chemikalien kommen in zahlreichen Produkten vor. Besonders häufig werden sie laut Umweltbundesamt dort eingesetzt, wo Materialien wasser- oder fettabweisend sein sollen - etwa Kochgeschirr, Kleidung und Kosmetik. Vor allem beschichtete Pfannen und Töpfe können PFAS enthalten. Bei Antihaftbeschichtungen kommt beispielsweise PTFE zum Einsatz. PFAS können in fettabweisenden Verpackungen stecken, etwa in Pommes- und Gebäckbeuteln oder Popcorntüten.

Regenjacken, Outdoor-Bekleidung und Wanderschuhe werden teilweise mit wasser- und schmutzabweisenden Beschichtungen behandelt. Besonders bei Skiwachsen werden die Chemikalien wegen ihrer wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften eingesetzt. Auch in Zahnseide, bestimmten Kosmetikprodukten und Imprägniermitteln können PFAS vorkommen.

Wie lassen sich PFAS erkennen?

Das ist für Verbraucherinnen und Verbraucher gar nicht so einfach. Denn für PFAS-haltige Produkte gibt es in den meisten Bereichen keine Kennzeichnungspflicht. Auf der Verpackung muss also nicht stehen, ob entsprechende Chemikalien enthalten sind.

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe kann bei manchen Produkten trotzdem helfen. In Kosmetikprodukten können beispielsweise Bezeichnungen wie "PTFE", "Perfluoro-" oder "Polyfluoro-" auf fluorierte Inhaltsstoffe hinweisen. Bei Textilien und Kochgeschirr ist die Suche schwieriger. Begriffe wie "wasserabweisend", "fleckgeschützt" oder "Antihaft" können ein Hinweis auf entsprechende Beschichtungen sein, beweisen aber nicht, dass PFAS verwendet wurden.

Auch Werbeversprechen sollten kritisch betrachtet werden: Steht auf einer Pfanne oder einer Jacke "PFOA-frei" oder "PFOS-frei", bedeutet das nicht automatisch, dass das Produkt frei von PFAS ist. Die Angaben beziehen sich lediglich auf bestimmte Einzelstoffe aus der großen Chemikaliengruppe. Aussagekräftiger sind Hinweise wie "PFAS-frei", "PFC-frei" oder "fluorfrei".

Wie lassen sich PFAS im Alltag vermeiden?

Wer den Kontakt mit PFAS reduzieren möchte, kann bereits beim Einkauf auf einige Dinge achten. Bei Outdoor-Kleidung und Schuhen lohnt es sich, nach ausdrücklich fluorfreien Imprägnierungen zu suchen. Auch beim Kochgeschirr gibt es Alternativen zu beschichteten Pfannen, beispielsweise aus Edelstahl oder Gusseisen.

Bei Lebensmittelverpackungen können wiederverwendbare Behälter aus Glas oder Edelstahl eine Alternative sein. Wer bei einem Produkt unsicher ist, kann außerdem beim Hersteller nachfragen, ob PFAS bei der Herstellung oder Beschichtung eingesetzt wurden.

Wichtig ist allerdings: Nicht jedes Produkt mit einer wasserabweisenden Oberfläche enthält automatisch PFAS. Umgekehrt lässt sich eine Belastung nicht immer anhand der Verpackung oder Produktbeschreibung erkennen.

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