Erkältung oder Grippe? Symptome, Unterschiede und was hilft
Schnupfen, Husten, Halsweh und Fieber: Gerade in der Herbst- und Winterzeit stellt sich häufig die Frage, ob es sich um eine harmlose Erkältung oder eine echte Grippe handelt. Denn die Symptome ähneln sich auf den ersten Blick stark. Doch es gibt wichtige Unterschiede - vor allem beim Krankheitsverlauf. Wir erklären, woran Sie Erkältung und Influenza erkennen, was bei den Beschwerden hilft und wann ärztlicher Rat gefragt ist.
Erkältung: Wenn die Beschwerden schleichend beginnen
Eine Erkältung wird durch verschiedene Viren ausgelöst, besonders häufig durch Rhino-, saisonale Corona- oder Adenoviren. Typisch ist ein eher langsamer Krankheitsbeginn: Oft macht sich zunächst ein Kratzen im Hals bemerkbar. Später kommen Schnupfen, eine verstopfte Nase und Husten hinzu. Auch Kopf- und Gliederschmerzen sowie Müdigkeit sind möglich. Fieber tritt bei Erwachsenen dagegen eher selten auf, aber leicht erhöhte Temperatur ist auch bei Erkältungen möglich.
Meist klingen die Beschwerden innerhalb von sieben bis zehn Tagen ab. Husten kann allerdings länger bestehen bleiben.
Eine spezielle Therapie gegen Erkältungsviren gibt es nicht. Im Vordergrund steht deshalb die Linderung der Symptome. Ruhe, ausreichend Schlaf und viel Flüssigkeit unterstützen den Körper bei der Erholung. Bei Halsschmerzen können warme Getränke oder Salzwasser zum Gurgeln Linderung verschaffen. Eine Nasenspülung mit Kochsalzlösung kann eine verstopfte Nase erleichtern. Je nach Beschwerden kommen außerdem abschwellende Nasensprays oder Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol infrage.
Grippe: Plötzlich krank und völlig erschöpft
Anders als eine Erkältung wird die echte Grippe ausschließlich durch Influenzaviren verursacht. Besonders typisch ist ihr plötzlicher, heftiger Beginn: Innerhalb weniger Stunden können Betroffene ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl entwickeln.
Häufige Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, starke Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen sowie eine ausgeprägte Abgeschlagenheit. Auch Husten ist typisch. Schnupfen und Halsschmerzen können ebenfalls auftreten, stehen aber oft weniger im Vordergrund.
Die Behandlung konzentriert sich meist auf die Linderung der Beschwerden. Gegen Fieber und Schmerzen können beispielsweise Ibuprofen oder Paracetamol helfen, sofern medizinisch nichts dagegenspricht. Viel trinken, Bettruhe und ausreichend Erholung sind ebenfalls wichtig. Sport sollte während der Erkrankung unbedingt pausieren, um mögliche Folgeerkrankungen wie eine Herzmuskelentzündung zu vermeiden.
Bei schweren Verläufen oder erhöhtem Komplikationsrisiko können antivirale Medikamente wie Oseltamivir infrage kommen. Sie müssen ärztlich verordnet werden und wirken am besten, wenn die Behandlung frühzeitig beginnt.
Erkältung oder Grippe: Wie sicher ist die Diagnose?
Allein anhand der Symptome lässt sich eine Influenza nicht immer sicher von einer Erkältung unterscheiden. Auch COVID-19 und andere Atemwegsinfektionen können ähnliche Beschwerden verursachen. Gewissheit kann ein entsprechender Virusnachweis durch einen Nasen- oder Rachenabstrich bringen.
Wann sollte ich zum Arzt?
Bei leichten Erkältungssymptomen ist meist keine ärztliche Behandlung notwendig. Anders sieht es bei ungewöhnlich starken oder sich verschlimmernden Beschwerden aus. Atemnot, starke Brustschmerzen, anhaltend hohes Fieber oder ein deutlich verschlechterter Allgemeinzustand sollten ärztlich abgeklärt werden. Ältere Menschen, Schwangere und Personen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem sollten frühzeitig medizinischen Rat einholen.
Wie kann ich mich vor Erkältung und Grippe schützen?
Regelmäßiges Lüften, gründliche Händehygiene und Abstand zu erkrankten Personen können das Ansteckungsrisiko reduzieren. Auch Masken können im Alltag helfen. Gegen Influenza gibt es außerdem eine Schutzimpfung, die jährlich an die zirkulierenden Viren angepasst wird. Die STIKO empfiehlt sie insbesondere Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren und Personen mit bestimmten Grunderkrankungen.
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