Dreibeinige Hündin Kaya darf nicht mit ins Büro

Weil sich Mitarbeiter bedroht fühlen, darf eine Frau ihren Husky-Mischling nicht mehr mit zur Arbeit nehmen. Vor Gericht zeigt sich die Hündin lammfromm.
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Will Kaya mit ins Büro nehmen: Hundebesitzerin Claudia van de Wauw.
dpa Will Kaya mit ins Büro nehmen: Hundebesitzerin Claudia van de Wauw.

 Weil sich Mitarbeiter bedroht fühlen, darf eine Frau ihren Husky-Mischling nicht mehr mit zur Arbeit nehmen. Vor Gericht zeigt sich die Hündin lammfromm.

Düsseldorf - Für Hündin Kaya sind die Vorwürfe zum Heulen. Sie soll Mitarbeitern Angst machen, traumatisiert sein und stinken. Das meint zumindest der Chef einer Werbeagentur. Und will deshalb nicht, dass Frauchen Claudia von Wauw (46) ihren Hund mit zur Arbeit bringt. Obwohl andere Kollegen ihre Hunde mit in die Agentur nehmen dürfen, urteilte am Mittwoch das Düsseldorfer Arbeitsgericht: Kaya muss daheim bleiben.

Es war schon ein absurder Prozess. Als das Gericht im April Claudia von Wauw samt Kaya vorlädt, liegt die Husky-Mischlingsdame lammfromm am Boden. Dabei soll sie doch im Büro eine Furie sein. Wann immer jemand herein komme knurre sie oder belle, behauptet der Werbeagenturchef, der Kaya aus dem Büro verbannt haben will. Dabei hat die Hündin doch quasi Asyl in Deutschland. Denn in Russland lebte sie auf der Straße, wurde von einem Zug erwischt und verlor ein Bein. Über die Tierhilfe kam sie zu Claudia von Wauw. Seit 2009 nahm sie Kaya mit ins Büro. Bis zum Dezember 2012. Da wurde es dem Chef der Werbeagentur zu bunt.

Zu viel ist der Trubel um Kaya auch für Claudia von Wauw. Sie wurde krankgeschrieben, fehlte monatelang bei ihrem Job. „Ich hatte einen Nervenzusammenbruch, bin seither in Behandlung, sagte sie der Zeitung „Der Westen“. Das Hausverbot für Kaya hält sie für einen Vorwand. In Wahrheit solle sie aus der Firma gemobbt werden. Grund: Weil sie schon so alt sei, habe sie einen Vertrag mit Vergünstigungen.

Vor Gericht ging es auch darum zu klären, ob die Hündin stinkt. Von ihr gehe „eine Geruchsbelästigung aus“, so der Agenturchef. Beim Vorstellungstermin im April zeigte sich Kaya aber frisch geduscht mit seidigem Fell.

Kaya knurre manchmal, gibt Claudia von Wauw zu. Sagt aber gleich: „Ich würde es nur Brummen nennen. Es ist noch keinem etwas passiert.“ Ihr Chef sieht es viel dramatischer und schaltete sogar einen Hundetrainer ein - ohne Wirkung. Einmal musste die Personalchefin angeblich vor der keifenden Kaya sogar in den Aufzug flüchten.

Deshalb habe der Arbeitgeber die Hündin zurecht nach Hause geschickt, so die Richterin im Urteil am Mittwoch. Kollegen dürfen ihre Hunde übrigens weiter mitbringen.

 

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