Drama auf Teneriffa: Priester soll Sechsjährigen betreuen

Nach der Tötung einer 39-jährigen Deutschen und ihres zehn Jahre alten Sohnes auf Teneriffa soll sich spanischen Medienberichten zufolge ein deutscher Priester um den sechsjährigen Überlebenden des Dramas kümmern.
| dpa
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Polizisten stehen in der Nähe der Höhle, in der die Leichen einer Frau und ihres Sohnes gefunden wurden.
Andres Gutierrez/AP/dpa Polizisten stehen in der Nähe der Höhle, in der die Leichen einer Frau und ihres Sohnes gefunden wurden.

Santa Cruz de Tenerife - Nach der Tötung einer 39-jährigen Deutschen und ihres zehn Jahre alten Sohnes auf Teneriffa soll sich spanischen Medienberichten zufolge ein deutscher Priester um den sechsjährigen Überlebenden des Dramas kümmern.

Das habe eine Richterin in der Stadt Arona am Freitagabend mitgeteilt, berichteten am Samstag die Zeitungen "Diario de Avisos", "El Día" sowie zahlreiche andere spanische Medien übereinstimmend. Der Vater des Kindes wird verdächtigt, die getrennt von ihm lebende Mutter und seinen anderen Sohn in einer Höhle brutal zu Tode geprügelt zu haben. Familienangehörige seien zunächst nicht in der Lage gewesen, von Deutschland aus auf die Kanareninsel zu reisen. Sie hätten den Schock der Nachricht noch nicht verkraftet, so spanische Medien.

Deshalb soll der Richterin zufolge nun zunächst ein Priester einspringen und sich um den überlebenden Jungen kümmern, der dem Angriff in letzter Minute entkommen konnte. Eventuell könnte der auch als Vormund eingesetzt werden, zitierte das "Diario de Avisos" die Richterin. Ob letztlich die Großeltern mütterlicherseits nach Teneriffa kämen oder eine Tante auf die Insel fliege, sei noch unklar, wurde die Ministerin für Soziales der Regionalregierung der Kanaren, Cristina Valido, zitiert. Der Sechsjährige wird seit Dienstag von Sozialarbeitern und Psychologen betreut.

Gegen den 43-jährigen Vater, der schon länger auf Teneriffa lebt, war am Freitagabend Haftbefehl erlassen worden. Die Möglichkeit, auf Kaution aus dem Gefängnis entlassen zu werden, gibt es nach dem Gerichtsbeschluss für ihn nicht. Bei einer mehrstündigen Vernehmung habe sich der Mann geweigert, mit der Justiz zu kooperieren und lediglich immer wieder darauf verwiesen, ein Medikament aus seinem Haus zu benötigen, weil er Schmerzen in den Beinen habe, hieß es.

Vor der Verlegung ins Gefängnis sei er deshalb noch einmal in sein Haus gebracht worden, um die Medizin zu holen. Nachbarn beschimpften ihn Medien zufolge dabei als "Mörder". Die Autopsie der Leichen soll in den nächsten Tagen Klarheit über den Tathergang bringen.

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