Deutsche Staatsanwältin stirbt im Urlaub in Istanbul

Eine deutsche Urlauberin ist Istanbul nach Beschwerden über tagelange Übelkeit im Krankenhaus gestorben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, wurden Ermittlungen eingeleitet, nachdem ein Arzt den Tod der Frau als verdächtig eingestuft hatte. Zuvor hatte der "Spiegel" über den Fall berichtet.
Ermittlungen zur Todesursache dauern an
Die in Hamburg als Staatsanwältin tätige Urlauberin reiste Anadolu zufolge Mitte September mit ihrem Mann nach Istanbul. Dort bezogen sie eine Wohnung im Randbezirk Silivri auf der europäischen Seite der Stadt. Nachdem die Frau vier Tage lang unter Erbrechen gelitten hatte, suchte sie am 13. September die örtliche Notaufnahme auf. Dort verschlechterte sich ihr Zustand plötzlich, trotz aller Bemühungen des medizinischen Personals starb sie kurz darauf. Die Ermittlungen zur Feststellung der genauen Todesursache dauern an.
Erinnerung an Fall von Hamburger Familie geweckt
Der Fall weckt Erinnerungen an den Tod von vier Mitgliedern einer Familie, die im vergangenen Jahr ebenfalls aus Hamburg nach Istanbul gereist und an einer Pestizidvergiftung gestorben war. Die Eltern mit den beiden Kleinkindern klagten ebenfalls zunächst über starkes Erbrechen, in kurzen Abständen starben alle vier Familienmitglieder.
Ein medizinisches Gutachten wies später eine Vergiftung mit Pestiziden nach, die zur Schädlingsbekämpfung im Hotel eingesetzt worden waren. Unter anderem wurden der Betreiber des Hotels und der Inhaber der Schädlingsbekämpfungsfirma zu mehrjährigen Haftstrafen wegen bewusster fahrlässiger Tötung verurteilt. Der Fall löste Diskussionen um Defizite bei staatlichen Kontrollen im Umgang mit Pestiziden aus.