Der Ring des Kachelmann

Im Vergewaltigungsprozess gegen den TV-Moderator geht  es  hoch her
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Wegen Vergewaltigung angeklagt: Jörg Kachelmann
Wegen Vergewaltigung angeklagt: Jörg Kachelmann

MANNHEIM Er trug ihn an der linken Hand. Zum ersten Mal. Und der Ring  im Verwaltigungsprozess gegen Moderator Jörg Kachelmann sogar zu einer Nachfrage des Richters. Der 52-Jährige schwieg dazu – wie schon im ganzen bisherigen Prozess. Aber sonst ging es am 33. Verhandlungstag mal wieder lebhafter zu.


So wurde bekannt, dass eine Ex-Geliebte von Wettermoderator Jörg Kachelmann 50 000 Euro für ein Interview mit der „Bunten” kassiert hat. Das geht aus einer Vergütungsvereinbarung hervor, die die Frau dem Landgericht Mannheim auf Antrag von Kachelmanns Verteidigung zuleitete. Die in Hamburg lebende Frau hatte sich in dem Interview ausführlich über ihre langjährige Beziehung zu dem 52-jährigen Schweizer geäußert.


Kachelmann-Anwalt Johann Schwenn vermutet, dass das die höchste Summe sei, die einer Ex-Geliebten im Fall Kachelmann gezahlt wurde. Auch andere Frauen hatten sich in Medien geäußert.    
Auch bei der Vernehmung eines Kriminalbeamten, der bei der Festnahme Kachelmanns am Frankfurter Flughafen am 20. März 2010 dabei dabei gewesen war, wurde es turbulent.  Der Beamte hatte bei dem Einsatz seine Tochter mitgenommen, die ein Praktikum in der Dienststelle ihres Vaters machte.


Schwenn kritisierte die Anwesenheit der Frau scharf und sprach von einem „Festnahme-Event”. Der Beamte räumte ein, dass Praktika von Verwandten auf derselben Dienststelle unüblich seien.    Wenig Erfolg hatte Schwenn mit dem Versuch, den Anwalt des mutmaßlichen Opfers als Zeugen zu vernehmen. Thomas Franz verweigerte die Aussage zu einem Telefonat mit dem umstrittenen Trauma-Experten Günter Seidler.


Schwenn bezweifelt, dass der Anwalt dem Psychotherapeuten tatsächlich von Sorgen des Oberlandesgerichts Karlsruhe um die Ex-Geliebte berichtete, nachdem das Gericht am 29. Juli den Haftbefehl gegen Kachelmann aufgehoben hatte.    Schwenn wirft Seidler, der das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer als Therapeut betreut, „Wahrnehmungsverzerrung” vor.
Seidler vertritt die These, Erinnerungslücken der 38-Jährigen seien auf eine Traumatisierung zurückzuführen. Diese Erklärung für die lückenhaften Angaben der Frau ist zwischen Verteidigung und Anklage heftig umstritten.    


Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Dann soll noch einmal das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer vernommen werden.

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