Der Frauen bestes Stück

Sie und ihre Handtasche: Eine symbiotische Beziehung fürs Leben und eine Partner-Wahl der anderen Art - Was dran und drin ist in den It-Bags – und worüber Männer rätseln
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Sie und ihre Handtasche.
dpa Sie und ihre Handtasche.

Sie und ihre Handtasche: Eine symbiotische Beziehung fürs Leben und eine Partner-Wahl der anderen Art - Was dran und drin ist in den It-Bags – und worüber Männer rätseln

Die passende Handtasche zu finden, sei oft so schwer wie den Mann fürs Leben, sagt Designerin Jette Joop. Wer sie gefunden hat, sollte sie pflegen und hegen wie den Traummann. Denn: Handtaschen haben zwar ein geheimes Innenleben, sind aber treue Begleiter. Wenn sie abends ausgeht, hat sie nur Lippenstift, Handy und Pfefferminzbonbons dabei. Laut „Tatort“-Kommissarin Ulrike Folkerts steckt die „moderne Frau“ auch einen Slip ein, damit sie „gewappnet ist für den Morgen danach“. Und ihre Kollegin Katerina Jacob ergänzt: „Ich gehe nie ohne roten Fettstift, Essensplaner und Zahnbürste weg.“

Im Schnitt trägt eine Frau 35 Sachen mit sich herum, die bis zu acht Kilo wiegen. „Das gibt ihr ein Gefühl von Sicherheit“, sagt Alfred Gebert, Wirtschaftspsychologe von der FH Münster (siehe Typologie unten). „Sie glaubt, sie sei für jede Situation gerüstet – wie früher bei den Neandertalern. Da mussten die Frauen bei Gefahr all ihre Sachen griffbereit haben, verstauten sie in einem Beutel.“

Frauen auf der Jagd

Frauen fühlen sich ohne ihre Handtasche „unvollständig“ schreibt Paola Jacobbi in ihrem Buch „Warum Frauen ohne Männer leben können, aber nicht ohne Handtasche“ (Herder). Das ist für Männer meist ein Mysterium. Allerdings sind sie oft froh, wenn sie Schlüssel oder Brieftasche bei ihr deponieren können. Eine eigene Herrentasche lehnen 80 Prozent strikt ab. Dabei haben sie einst damit angefangen: Prähistorische Felsenzeichnungen zeigen Jäger, die an Schnüren geknotete Ledersäckchen tragen – für ihre Pfeilspitzen.

Inzwischen gehen die Frauen auf die Jagd – nach neuen It-Bags. Die Branche boomt: Kaum ein Luxus-Label ohne Taschen-Kollektion. Seit einem Jahrzehnt machen die Nobel-Marken mit Accessoires ihren größten Umsatz. Rund 90 Prozent sollen es bei Vuitton sein, etwa 85 Prozent bei Gucci.

4550 000 „Ergebnisse“

Die Designer kreieren alle sechs Monate große und kleine Taschen-Eyecatcher für alle Anlässe. Wer online shoppen will, hat die Qual der Wahl, findet 4550 000 „Ergebnisse“. Darunter auch viele It-Bags. Sie zu besitzen „bedeutet Prominenten–Status zu haben oder zumindest zur neuen Aristokratie unseres Medienzeitalters zu gehören“, schreibt Jacobbi. Wann eine Tasche eine „It-Bag“ ist, zeigen drei Dinge: Der Celebrity-Effekt, die unendlich lange Warteliste und die Häufigkeit der „Rip-Offs“ (Fälschungen). Der Gesamtumsatz von Taschen-Imitationen wird auf rund 512 Milliarden Dollar geschätzt. Von 1993 bis jetzt, ist er um 1700 Prozent gestiegen.

Egal, auf welchen Typ Sie sich einlassen, Expertin Jacobbi rät: „Denken Sie stets daran: Mit einer Handtasche am Arm werden Ihnen nie, nicht einmal, wenn Sie sie zum ersten Mal ausführen, die Füße wehtun. Ist das nicht wunderbar?“

Dorina Herbst

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