Den LSF verstehen: Wie viel Sonnencreme man wirklich braucht
Die warmen Tage sind da und damit steigt auch die Zeit, die wir draußen verbringen. Ob beim Spaziergang, im Biergarten oder am Badesee: Sonnencreme sollte jetzt nicht fehlen. Dabei kommt es nicht nur darauf an, überhaupt Sonnenschutz zu verwenden. Auch die Höhe des Lichtschutzfaktors (LSF, oder auf Englisch: Sun Protection Factor, kurz SPF) und die aufgetragene Menge spielen eine wichtige Rolle.
Welcher Lichtschutzfaktor ist der richtige?
Der Lichtschutzfaktor gibt an, wie gut eine Sonnencreme vor UVB-Strahlen schützt, die Sonnenbrand verursachen können. Dermatologen empfehlen für den Alltag mindestens LSF 30. Wer sehr helle Haut hat, schnell einen Sonnenbrand bekommt oder längere Zeit im Freien verbringt, sollte eher zu LSF 50 greifen. Wichtig: Der Schutz vor der ebenfalls potenziell schädlichen UVA-Strahlung wird von der LSF-Abgabe gar nicht erfasst. Die Sonnencreme sollte also explizit auch UVA-Schutz bieten, der diese Strahlen daran hindert, in tiefere Hautschichten vorzudringen und dort langfristig Hautalterung und bei Hautkrebs zu begünstigen.
Eine grobe Orientierung für den passenden Lichtschutzfaktor ergibt sich aus Hauttyp und UV-Index. Sehr helle Hauttypen verbrennen schneller und brauchen bei gleichem UV-Index entsprechend höheren Schutz. Der UV-Index beschreibt die Stärke der UV-Strahlung auf einer Skala von 1 bis 11+ und kann einfach online oder in Wetter-Apps abgerufen werden. Als Faustregel wird der UV-Index mit einem Faktor multipliziert, der vom Hauttyp abhängt. Bei sehr heller Haut (Hauttyp 1) wird etwa mit vier gerechnet, bei Hauttyp 2 mit drei und bei dunkleren Hauttypen entsprechend niedriger. Das Ergebnis ergibt einen groben Richtwert für den benötigten LSF, ersetzt aber keine genaue Berechnung und wird im Alltag meist auf LSF 30 oder 50 aufgerundet.
Der Unterschied zwischen den Schutzstufen ist kleiner, als viele vermuten. LSF 30 filtert etwa 97 Prozent der UVB-Strahlen, LSF 50 etwa 98 Prozent. Dennoch kann ein höherer Lichtschutzfaktor sinnvoll sein, da die meisten Menschen weniger Sonnencreme auftragen als empfohlen.
Die richtige Menge an Sonnenschutz
Die angegebenen Schutzwerte werden laut dem Bundesamt für Strahlenschutz im Labor mit einer Menge von 2 Milligramm Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut getestet. Im Alltag verwenden viele Menschen jedoch deutlich weniger. Dadurch sinkt auch der tatsächliche Schutz drastisch.
Für Gesicht und Hals gilt die sogenannte Zwei-Finger-Regel als praktische Orientierung. Dabei wird die Sonnencreme in zwei Streifen entlang von Zeige- und Mittelfinger aufgetragen. Diese Menge reicht in der Regel aus, um Gesicht, Hals und Ohren ausreichend zu schützen.
Wer den gesamten Körper eincremen möchte, benötigt deutlich mehr Sonnencreme, als viele denken. Experten empfehlen für einen Erwachsenen etwa 30 bis 40 Milliliter pro Anwendung. Das entspricht ungefähr sechs bis acht Teelöffeln Sonnencreme. Oder anders ausgedrückt: Eine normalgroße Flasche Sonnencreme mit 200 Millilitern Inhalt sollte schon nach fünf bis sechs Anwendungen leer sein.
Für Gesicht und Hals sollte etwa ein Teelöffel verwendet werden. Für jeden Arm wird ebenfalls etwa ein Teelöffel empfohlen. Brust und Bauch benötigen zusammen etwa zwei Teelöffel, der Rücken ebenfalls zwei. Für jedes Bein sollten etwa zwei Teelöffel eingeplant werden.
Regelmäßig nachcremen nicht vergessen!
Auch die beste Sonnencreme schützt nicht den ganzen Tag. Deshalb sollte der Sonnenschutz regelmäßig erneuert werden, insbesondere nach dem Schwimmen, starkem Schwitzen oder dem Abtrocknen mit einem Handtuch. Generell empfehlen Experten, etwa alle zwei Stunden nachzucremen.
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