Bahnchefin: Pünktlichkeit im ersten Halbjahr bei 59 Prozent

Zugverspätungen bleiben das große Problem der Deutschen Bahn. Deutlich mehr als jeder dritte Fernzug war im ersten Halbjahr unpünktlich. Die Bahnchefin sieht aber auch positive Entwicklungen.
AZ/dpa |
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Bahnchefin Evelyn Palla würde dem eigenen Konzern die Schulnote 3 geben. (Archivbild)
Bahnchefin Evelyn Palla würde dem eigenen Konzern die Schulnote 3 geben. (Archivbild) © Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin - Nur 58,7 Prozent der Fernzeuge der Deutschen Bahn waren im ersten Halbjahr pünktlich unterwegs. "Das ist kein guter Wert. Da müssen wir auch nichts beschönigen", sagte Bahnchefin Evelyn Palla der "Welt am Sonntag". Allerdings hätten in drei Viertel der Fälle die Verspätungen unter 15 Minuten gelegen. "Auch wenn wir insgesamt noch nicht zufrieden sind, dürfen wir die Deutsche Bahn nicht immer schlechter reden, als sie ist", betonte Palla. 

Ein Fernzug geht bei der Deutschen Bahn ab einer Verzögerung von sechs Minuten in die Verspätungsstatistik ein. Zugausfälle hingegen werden in der betrieblichen Pünktlichkeit - sie misst, wie viele Züge in einem bestimmten Zeitraum pünktlich am Ziel ankamen - nicht berücksichtigt. Für das laufende Jahr hatte Palla ein Pünktlichkeitsziel von mindestens 60 Prozent ausgegeben. Bisher fährt die Bahn diesem Ziel hinterher.

Palla würde dem eigenen Unternehmen deshalb bei der Zuverlässigkeit die Schulnote 4 minus, insgesamt aber eine 3 geben. "Wir werden oft nur an der Pünktlichkeit im Fernverkehr gemessen, das ist aber nur das halbe Bild", betonte sie.

Bahnchefin fordert mehr Leistung vom Management

Für die Probleme der Deutschen Bahn macht die Chefin auch eine mangelnde Leistungsbereitschaft im früheren Management verantwortlich. "Die Leistungskultur der Vergangenheit war für die Performance der Bahn nicht ausreichend, das wollen wir ändern", sagte sie. "Das war am Ende so etwas wie organisierte Verantwortungslosigkeit. Das muss der Vergangenheit angehören." 

Palla hat nach ihrem Amtsantritt im vergangenen Jahr mit einem Konzernumbau begonnen, der unter anderem eine Verschlankung der Zentrale und eine Verlagerung von Verantwortung in die Fläche vorsieht. Zahlreiche Führungspositionen wurden gestrichen. "Leistung beginnt ganz oben - zuerst bei mir selbst. Dann beim Konzernvorstand. Wir sind die erste Ebene, die das verkörpern und vorleben muss", betonte Palla.

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  • JENZZ vor 54 Minuten / Bewertung:

    Jeder Bahnreisende kennt das Tagesgeschäft, gerade wenn es um Umsteigeverbindungen geht. Für den einen Reisenden ist es eine "Verspätung" und für einen anderen Reisenden ein Glücksfall, dass der ICE aus der Stadt x auch verspätet am Gleis gegenüber ankommt oder gar auf die Anschlusspassagiere gewartet hat. Entscheidend bleibt am Ende des Tages, ob der Reisende sein Ziel zur gewünschten Zeit und gut erreicht. Und da sollte eine Viertelstunde keine Rolle spielen. Bei wichtigen Terminen wird man ja auch per Auto nicht so planen, dass man in der Regel pünktlich am Zielort ankommt, sondern immer, nicht nur für das eigene Wohlbefinden, genügend Puffer einbauen.

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