Davor fürchten sich die Deutschen 2019 am meisten

Die Organisation EY hat nach den Sorgen für das kommende Jahr gefragt. Dabei fällt auf, dass eine Angst ganz besonders stark zugenommen hat.
| Lisa Marie Albrecht
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Die Antworten der Umfrage-Teilnehmer auf die Frage: "Was macht Ihnen im Bezug auf Ihre persönliche finanzielle Situation Sorge?".	Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.
Grafik: EY/AZ Die Antworten der Umfrage-Teilnehmer auf die Frage: "Was macht Ihnen im Bezug auf Ihre persönliche finanzielle Situation Sorge?". Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

München - Die positiven Nachrichten zuerst: Der Großteil der Deutschen ist laut einer repräsentativen Umfrage nicht unzufrieden mit seiner finanziellen Situation. Das Wirtschafts-Netzwerk Ernst & Young (EY) hat 1.000 Verbraucher im November 2018 telefonisch zu ihrer persönlichen Situation und ihren Ausichten für das neue Jahr befragt, unter anderem im Bereich Finanzen.

Dabei beurteilten 43 Prozent ihre finanzielle Lage positiv, 46 Prozent sahen sie neutral – und nur elf Prozent waren nicht zufrieden. Allerdings: In den vergangenen Jahren lag der Anteil derer, die glücklich mit ihren Finanzen waren, laut EY deutlich höher.

Die Angst vor Altersarmut nimmt deutlich zu

Gefragt hat die Organisation auch nach den Zukunftssorgen der Deutschen – und auch die haben zunehmend mit Geld, oder besser, dem Fehlen davon, zu tun. Laut der Umfrage ist die Angst vor Armut im Alter unter den Bundesbürgern deutlich gestiegen. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) fürchtet sich demnach vor "mangelnder Absicherung im Alter" – gestellt wurde die Frage, was in Bezug auf die persönliche finanzielle Situation Sorgen bereitet.

Die Antworten der Umfrage-Teilnehmer auf die Frage: "Was macht Ihnen im Bezug auf Ihre persönliche finanzielle Situation Sorge?".	Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.
Die Antworten der Umfrage-Teilnehmer auf die Frage: "Was macht Ihnen im Bezug auf Ihre persönliche finanzielle Situation Sorge?". Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken. © Grafik: EY/AZ

Zwar haben die Befragten insgesamt noch größere Ängste: Umweltverschmutzung (35 Prozent) und mögliche Krankheit (28 Prozent) liegen vorne, und die Flüchtlingskrise in Europa bereitet ebenso vielen Sorgen wie die Altersarmut. Doch die Angst vor zu wenig Geld im Alter ist mit einer Zunahme von 18 Prozent im Vergleich zu 2017 am deutlichsten von allen gestiegen.

Nur wenige der Älteren glauben, dass sich ihre Finanzen verbessern

Wenig überraschend in diesem Zusammenhang ist auch, dass die jetzigen Rentner ihre finanzielle Situation deutlich schlechter bewerten als die Jüngeren. So ist nur jeder Dritte über 65 Jahren mit seiner Situation zufrieden, bei den Befragten bis 35 Jahre sind es 43 Prozent, bei den 46- bis 55-Jährigen sogar 52 Prozent. Bei den Befragten, die 65 Jahre und älter sind, gehen zudem nur sechs Prozent davon aus, dass sich ihre finanzielle Lage 2019 verbessert – der niedrigste Wert von allen.

Doch auch jüngere Verbraucher machen sich Sorgen, vor allem über ihren Lebensabend. "Die Rente ist aus Sicht vieler Deutscher keineswegs mehr sicher", sagt Bernhard Lorentz, Leiter des Bereiches Government and Public Sector bei EY. "Über die Hälfte der Bürger fürchten, im Alter finanziell deutlich kürzer treten zu müssen. Das ist angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft alarmierend und sollte ernst genommen werden – gerade weil die aktuelle Niedrigzinsphase den Aufbau von Vermögen und eine ausreichende private Altersvorsorge enorm erschwert."

Die Befürchtungen in Sachen Altersarmut, aber auch die leicht eingetrübten Konjunkturaussichten dürften Gründe sein, aus denen die Befragten 2019 mehr sparen wollen: Laut Umfrage wollen sie besonders für Unterhaltungselektronik, größere Einzelanschaffungen – also etwa Autos oder Küchen – und Renovierungen weniger ausgeben. Lediglich für Urlaub und Lebensmittel würden sie tiefer in die Tasche greifen.

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