Das ist der Vogel des Jahres 2027

Über 148.000 Menschen haben bei der Wahl zum Vogel des Jahres des Naturschutzbunds Deutschland e. V (NABU) und des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) mitgemacht. Der Sieger gilt als gefährdet und soll zeigen, dass auch kleine Veränderungen einen Unterschied machen können.
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Die Mehlschwalbe ist der Vogel des Jahres 2027.
Die Mehlschwalbe ist der Vogel des Jahres 2027. © RobertSchneider

Die Mehlschwalbe ist der Vogel des Jahres 2027. Mehr als 148.000 Vogelliebhaberinnen und Vogelliebhaber beteiligten sich an der Online-Wahl des Naturschutzbunds Deutschland e. V. (NABU) und des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV). Mit 45,2 Prozent der Stimmen konnte sich die Sommerbotin gegen die anderen vier Kandidaten Trauerschnäpper (22,3 Prozent), Kolkrabe (15,2 Prozent), Wasseramsel (10,8 Prozent) und Kranich (6,5 Prozent) durchsetzen.

Bestand ist gefährdet

Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) gilt auch als Sommerbotin. Den Langstreckenzieher zieht es im Herbst in wärmere Gefilde nach Afrika, im Frühjahr kehrt er in seine Brutgebiete in West- und Nordeuropa zurück. Das unverkennbare Merkmal von Mehlschwalben ist der leuchtend weiße Bürzel, die Stelle zwischen Rücken und Schwanz. Auch der Bauch ist strahlend weiß, dagegen schimmern Kopf, Rücken und Flügel blauschwarz.

Die Mehlschwalbe steht laut NABU für das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur. Denn der Kulturnachfolger nistet vorwiegend an den Außenseiten von Gebäuden unter Dachvorsprüngen. Dazu baut sie Nester aus kleinen Lehmkügelchen, die sie mit ihrem Speichel zu einem festen Nest verbaut. Doch ihr Lebensraum verändert sich.

Energetische Sanierungen, glatte Fassaden und moderne Gebäude ohne Dachvorsprünge und fehlende Pfützen für Lehm machen es der Mehlschwalbe zunehmend schwer, geeignete Nistplätze zu finden. Zudem macht ihr ein Insektenrückgang zu schaffen, wodurch sich das Nahrungsangebot verringert. Die Mehlschwalbe gilt deshalb als gefährdet und steht auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands. Ihr Bestand wird hierzulande auf 415.000 bis 770.000 Brutpaare geschätzt.

Die Mehlschwalbe soll als Vogel des Jahres zeigen, dass auch schon kleine Veränderungen dazu beitragen können, dass Mensch und Natur auch in Zukunft gut zusammenleben können. Dazu braucht es nur geeignete Nistplätze, Lehmpfützen und eine blütenreiche Wiese.

Die Auszeichnung Vogel des Jahres wird bereits seit über 50 Jahren vergeben, seit 2021 darf die Öffentlichkeit mitwählen. Die Mehlschwalbe war bereits 1974 Vogel des Jahres. Im letzten Jahr fiel die Wahl auf das Rebhuhn.

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