Corona-Impfstoff: Biontech auf der Zielgeraden

Wenige Wochen trennen Biontech aus Mainz von der Zulassung eines Impfstoffs, der das Coronavirus einbremsen kann. Doch es gibt noch Hürden.
| Klaus Wiendl
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Mitarbeiter von Biontech im Labor. Das Unternehmen entwickelt einen Impfstoff gegen Corona.
Mitarbeiter von Biontech im Labor. Das Unternehmen entwickelt einen Impfstoff gegen Corona. © Stefan Albrecht/Biontech/dpa

München - Es sind die entscheidenden Wochen im Kampf gegen das Coronavirus. Drei Pharmaunternehmen sind bei der Entwicklung eines Impfstoffs auf der Zielgeraden. Darunter ist Biontech in Mainz. Es gehört mehrheitlich dem Tegernseer Unternehmer Thomas Strüngmann. Abgesehen vom umstrittenen russischen Impfstoff "Sputnik", stehen Biontech und sein US-Partner Pfizer wenige Wochen vor einer möglichen Zulassung des weltweit ersten Impfstoffs gegen Covid-19.

Drei Hürden muss der Impfstoff noch nehmen: Er muss ausreichend verfügbar sein, grünes Licht von den Behörden bekommen - und klug verteilt werden. Neben Biontech und Pfizer sind noch zwei weitere Pharmariesen mit der Entwicklung eines Covid-19-Vakzins kurz vor der Zulassung: AstraZeneca, ein britisch-schwedischer Pharmakonzern, und das US-Biotech-Unternehmen Moderna. "Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, nicht gegeneinander", urteilt Helmut Jeggle aus Holzkirchen.

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Er ist der Vertraute von Mehrheitseigentümer Thomas Strüngmann bei Biontech - und dort Chef des Verwaltungsrats. Laut Jeggle braucht es mehr als einen funktionierenden Impfstoff, "um die Weltbevölkerung ausreichend zu immunisieren. Das ist ein Kraftakt, der nur zu mehreren gemeistert werden kann".

Vor der Zulassung: Produktion des Impfstoffes

Dafür müssen Milliarden Dosen von Impfstoffen produziert werden. Biontech hat in seinen deutschen Werken in Mainz und Idar-Oberstein bereits vor Wochen begonnen, den Impfstoff zu produzieren, noch bevor er zugelassen wird. Die Herstellung ist angelaufen, um Zeit zu gewinnen, damit systemrelevante Berufe sofort mit Millionen Impfdosen versorgt werden können.

Strüngmann.
Strüngmann. © privat

Neben den USA haben sich die EU sowie Deutschland bei Biontech über 600 Millionen Impfdosen gesichert, die nach und nach abgerufen werden können. Erst vor wenigen Tagen hat Biontech die Übernahme eines Werks von Novartis in Marburg angekündigt, das nun für die Produktion des Covid-19-Vakzins umgerüstet wird.

Biontech kann bei Zulassung sofort liefern

Bereits im ersten Halbjahr 2021 sollen dort bis zu 250 Millionen Ampullen produziert werden. 750 Millionen könnten es bei voller Auslastung der Kapazität werden. Biontech gehört damit zu den Firmen, die bereits ab sofort einen Stoff liefern könnten, wenn er zugelassen ist.

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Für den Tegernseer Unternehmer Thomas Strüngmann und seinen Zwillingsbruder Andreas wäre damit ein Traum wahr geworden: ein hochinnovatives Medikament, das schwere Krankheiten heilen oder verhindern kann.

Von der Krebs-Forschung zum Corona-Impfstoff

1,3 Milliarden Euro haben sie bisher in die Biotechnologie ihrer zahlreichen Pharmaunternehmen investiert, gut 230 Millionen Euro davon in Biontech, wo man zunächst an einer Krebstherapie forschte.

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Doch als Ugar Sahin, der Chef von Biontech, vom neuartigen Coronavirus gelesen habe, erzählt Strüngmann, "stellte Sahin im Januar sofort ein Team zusammen, um an einem Impfstoff zu arbeiten". Strüngmann über Sahin: "Er wusste, was zu diesem Zeitpunkt zu tun war."

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