Code 7500 - Alarmstufe Rot im Luftverkehr

Abgeriegelter Flughafen, Kampfjets am Himmel: Bei einer Boeing 737 mussten die Verantwortlichen vom Schlimmsten ausgehen.
dpa |
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Aus diesem Flugzeug der türkischen Airline Corendon wurde der Notfallcode "7500" gesendet. (Archivbild)
Aus diesem Flugzeug der türkischen Airline Corendon wurde der Notfallcode "7500" gesendet. (Archivbild) © Daniel Löb/dpa
Nürnberg/Frankfurt

Der Code "7500" gehört zu den am meisten gefürchteten Warnhinweisen im internationalen Luftverkehr. "Seven-five - Man with knife" lautet eine gängige Merkformel für eine mögliche Flugzeugentführung. Andere Luftnotlagen sind der Funkausfall mit dem Code 7600 und der Luftnotfall mit 7700. Hier sind auch medizinische Notfälle, technische Defekte oder Treibstoffmangel abgedeckt.

Grundsätzlich kommen für einen Fehlalarm mehrere Ursachen in Betracht, darunter auch eine Fehlbedienung durch die Piloten. Die haben aber keine Möglichkeit, einen einmal gesendeten Notfallcode zurückzuholen oder ungeschehen zu machen, wie ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung erläutert.

Das am Dienstag in Nürnberg gelandete Flugzeug war laut Polizei nach Abgabe des Signals nicht mehr per Funk erreichbar. Die Verantwortlichen mussten daher vom Schlimmsten ausgehen, die Abriegelung des Flughafens und die Alarmierung von Abfangjägern in Kroatien, Österreich und Deutschland erschienen zwangsläufig.

Defektes Funkgerät

Im Fall der Boeing 737 der türkischen Corendon Airlines geht die Polizei nach ersten Ermittlungen von einem defekten Funkgerät aus. Die Crew war demnach nach dem Start von der griechischen Insel Korfu nicht mehr per Funk erreichbar. Während des Fluges stand aber auch die Möglichkeit im Raum, dass Entführer die Kommunikation unterdrückt haben könnten.

Der Notfallcode wird nicht über Sprechfunk, sondern per Tasteneingabe über einen Transponder an den Boden übermittelt. Unabhängig von der Alarmfunktion dient das Gerät der eindeutigen Identifizierung eines Flugzeugs und ist für Passagierjets vorgeschrieben.

Bereits im kroatischen Luftraum hatten daher Militärflugzeuge den Passagierjet eng begleitet und Sichtkontakt aufgenommen. Im Cockpit seien dabei keine Auffälligkeiten beobachtet worden, hieß es hinterher bei der Flugsicherung. Entwarnung konnte trotzdem nicht gegeben werden: Im deutschen Luftraum hatten Eurofighter-Kampfjets des taktischen Luftwaffengeschwaders 74 die Maschine nach Nürnberg begleitet. Am Boden warteten starke Polizeikräfte auf den Urlauber-Jet. Weitere Untersuchungen des Vorfalls folgen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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