BVG kritisiert "FreiFahren"-App als unsolidarisch

Mit der App "FreiFahren" können Nutzerinnen und Nutzer im Berliner Nahverkehr vor Ticketkontrollen warnen. Zehntausende machen dem Entwickler zufolge mit. Werden seither weniger ohne Ticket erwischt?
dpa |
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Die App "FreiFahren" warnt vor Kontrollen im Berliner Nahverkehr. (Symbolbild)
Die App "FreiFahren" warnt vor Kontrollen im Berliner Nahverkehr. (Symbolbild) © Christophe Gateau/dpa
Berlin

Wer mit der App "FreiFahren" andere Fahrgäste im Berliner Nahverkehr vor Ticketkontrollen warnt, handelt aus Sicht der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) unsolidarisch. "Wer gezielt dazu beiträgt, das Fahren ohne gültigen Fahrausweis zu erleichtern, unterstützt aus Sicht der BVG ein unsolidarisches Verhalten, das zu Lasten unserer vielen ehrlichen Fahrgäste geht und einen hohen wirtschaftlichen Schaden verursacht", teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatte die "Berliner Morgenpost" berichtet. 

Mit der App "FreiFahren" können Fahrgäste seit einiger Zeit melden, wenn sie auf einer bestimmten Strecke zu einer bestimmten Zeit Ticketkontrolleurinnen oder -kontrolleuren begegnen. Wer ohne Ticket unterwegs ist, kann diese Linie dann meiden. Nach Angaben von App-Entwickler Johan Trieloff hat das Programm rund 40.000 regelmäßige Nutzerinnen und Nutzer. 

App-Entwickler will unterstützen

Die Idee sei entstanden, nachdem er von den Tausenden Menschen gelesen habe, die jedes Jahr in einem deutschen Gefängnis säßen, weil sie ohne Ticket im Nahverkehr gefahren seien, sagte er der "taz". "Das sind meist Menschen, die unter sehr prekären Umständen leben und in deren Leben viel schiefgelaufen ist." Eigentlich müsste der Staat ihnen helfen. "Stattdessen errichtet er ein Kontrollregime im Nahverkehr, mit dem sie aktiv gejagt werden", sagte Trieloff. 

Fahren ohne Fahrschein ist in Deutschland ein Straftatbestand. Immer wieder landen Menschen im Gefängnis, weil sie besonders oft ohne Ticket erwischt wurden oder das sogenannte erhöhte Beförderungsentgelt nicht bezahlen konnten. Meist beträgt dieses 60 Euro und fällt an, wenn jemand ohne Fahrschein in Bussen und Bahnen kontrolliert wird.

Der BVG zufolge beträgt der wirtschaftliche Schaden für das Unternehmen durch das Fahren ohne Fahrausweis jährlich 20 bis 25 Millionen Euro. Bisher gibt es dem Unternehmen zufolge keine Hinweise darauf, dass weniger Menschen ohne Ticket erwischt werden, weil sie durch die App gewarnt worden seien.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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