Brände in Kalifornien: Vermisstenzahl steigt auf über 600

US-Präsident Trump hat seinen Besuch in den kalifornischen Brandgebieten angekündigt. Die Feuerwehr macht dort Fortschritte bei den Löscharbeiten. Doch die Zahl der Vermissten steigt drastisch.
| dpa
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Beamte vor dem Wrack einen ausgebrannten und umgekippten Autos.
Noah Berger/AP/dpa 5 Beamte vor dem Wrack einen ausgebrannten und umgekippten Autos.
Die Luftaufnahme zeigt die verbrannten Überreste von Wohnhäusern in einem Wohnviertel der Stadt Paradise.
Noah Berger/AP/dpa 5 Die Luftaufnahme zeigt die verbrannten Überreste von Wohnhäusern in einem Wohnviertel der Stadt Paradise.
Einsatzkräfte der Polizei bergen die Leichen von Opfern des "Camp"-Feuers.
Noah Berger/AP/dpa 5 Einsatzkräfte der Polizei bergen die Leichen von Opfern des "Camp"-Feuers.
Mitglieder der California Army National Guard machen bei der Suche nach Leichen in abgebrannten Häusern eine Pause.
John Locher/AP/dpa 5 Mitglieder der California Army National Guard machen bei der Suche nach Leichen in abgebrannten Häusern eine Pause.
Paradise als Hölle: Ein ausgebrannter Pkw, Trümmer, ein einsamer Kaminschlot.
Barbara Munker/dpa 5 Paradise als Hölle: Ein ausgebrannter Pkw, Trümmer, ein einsamer Kaminschlot.

Paradise/Washington - Gut eine Woche nach dem Ausbruch schwerer Waldbrände will US-Präsident Donald Trump am Samstag nach Kalifornien reisen, um sich mit Betroffenen der Katastrophe zu treffen. Das teilte das Weiße Haus am Donnerstag (Ortszeit) mit.

In dem Westküstenstaat haben zwei große Brände seit der vergangenen Woche nach Angaben der Feuerwehr zusammen knapp 1000 Quadratkilometer Wald zerstört - etwas mehr als die Fläche Berlins. Tausende Häuser fielen ebenfalls den Flammen zum Opfer.

Das "Camp"-Feuer im Norden hat nach neuesten Angaben mindestens 63 Menschen das Leben gekostet - so viele wie nie zuvor bei einem Feuer in Kalifornien seit Beginn der Aufzeichnungen. 53 von ihnen seien bisher identifiziert worden, wie der Sheriff von Butte County, Kory Honea, Medienberichten zufolge am Donnerstagabend mitteilte. Die Zahl der Vermissten stieg unterdessen drastisch von rund 200 auf 631.

Der schlagartige Anstieg der Vermisstenzahlen kann mehrere Gründe haben. Zum einen sind die Einwohner in den USA nicht wie in Deutschland behördlich gemeldet, so dass der Aufenthaltsort einer Person schwerer festzustellen ist. Zum anderen werteten die Behörden noch weitere Notrufe aus, die während der Evakuierung des Gebiets eingegangen seien, erklärte Sheriff Honea. Möglicherweise seien einige Menschen mehrfach gezählt worden, andere wüssten vielleicht gar nicht, dass sie als vermisst gemeldet seien.

In den Häuserruinen der fast völlig abgebrannten Ortschaft Paradise ging am Donnerstag die Suche nach Vermissten weiter. Hunderte von Helfern in weißen Schutzanzügen und speziell ausgebildete Spürhunde suchten in den Trümmern nach möglichen sterblichen Überresten. Angehörige stellten DNA-Material zur Verfügung, um bei der Identifizierung von Überresten zu helfen. Viele der geborgenen Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Die Feuerwehrleute machten Fortschritte beim Löschen der Brände. Die Flammen im Raum Paradise waren am Donnerstag nach Angaben der Behörden zu 40 Prozent eingedämmt.

Das "Woolsey"-Feuer nahe Malibu im Süden Kaliforniens hat bisher zwei Menschenleben gefordert. Hier konnten die Brände zu gut 60 Prozent eingedämmt werden. Der Nationale Wetterdienst erwartet nach eigenen Angaben an diesem Freitag eine Abnahme der Bedrohung für Südkalifornien.

Die Folgen der Katastrophe waren in weiten Teilen des Bundesstaates spürbar. Die Behörden warnten vielerorts vor gefährlicher Rauchbelastung und schlechter Luftqualität. In San Francisco wurde am Donnerstag der Betrieb der beliebten Cable-Car-Bahnen eingestellt. Statt der offenen Bahnen würde Busse eingesetzt, teilte die Verkehrsbehörde in einem Tweet mit.

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