Bonus für Batterien: Ablasshandel mit E-Autos

Wer mit einem E-Auto für bessere Luft sorgt, kann sich das jetzt vergüten lassen - indem er eingespartes CO2 an Firmen verkauft. Dabei winken teilweise Erlöse in Höhe von mehreren hundert Euro.
| Martina Scheffler
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Eine Ladestation für Elektrofahrzeuge inMünchen.
Sven Hoppe/dpa Eine Ladestation für Elektrofahrzeuge inMünchen.

München - Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) - der Begriff selbst ist nicht besonders anziehend. Für Besitzer von batteriebetriebenen Autos ist er allerdings interessant: Aufgrund dieser Quote können sie nämlich Geld verdienen.

Handel mit CO2-Zertifikaten: Mit E-Autos Geld verdienen

Das, was sie mit ihrem Fahrzeug an CO2-Emissionen einsparen, können sie sich in einem Zertifikat bestätigen lassen.

Dieses wiederum können Firmen kaufen, die zwar mehr CO2 ausstoßen, aber dennoch Quoten zu erfüllen haben. Dieser Handel, der bislang Betreibern von Ladepunkten vorbehalten war, ist seit dem 1. Januar auch für Privatpersonen möglich. Bei der Verbraucherzentrale Bayern sind schon erste Anfragen eingegangen.

Interessenten sollten ihr Fahrzeug bei ihrem Stromanbieter oder einem speziellen Unternehmen registrieren, das die Anrechnung der THG-Quote abwickelt.

Es sei aber keine Eile geboten, sagt Stephanie Weller, Referentin des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Die Frist für die Einreichung der Quote sei der 28. Februar des Folgejahres. Somit könne die erste Meldung bei einem Dienstleister bis Ende 2022 erledigt werden. Weller rät zudem, die Anbieter genau zu prüfen. "Es ist wichtig, auf die Bedingungen zu achten. Es kann z. B. relevant sein, dass man Stromkunde beim Anbieter ist. Außerdem sollte in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen geprüft werden, ob ein Mindesterlös zugesichert wird."

Mehrere Hundert Euro: Zertifikate bringen gute Erlöse 

Wählen kann der E-Auto-Besitzer außerdem zwischen fixen Erlösen und Flex-Optionen, wie Weller erläutert. Bei Flex-Optionen könnten steigende Quotenpreise höhere Erlöse erbringen - sinkende CO2-Preise aber könnten zu geringeren Summen führen.

Insgesamt ist Weller zufolge ein Gewinn von etwa 250 bis 350 Euro im Jahr möglich. Wichtig außerdem: Die THG-Quote wird nur einmal pro Jahr gewährt. Wird ein E-Auto verkauft, kann auch nur einer profitieren, also entweder der Vorbesitzer die Quote beantragen oder der neue Eigentümer.

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Der Bundesverband gibt aber zu bedenken, dass Menschen, die öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad nutzen oder zu Fuß gehen, "also wesentlich klimaverträglicher mobil sind", keine staatliche Förderung erhielten.

"Statt immer neue Anreize für den Kauf beziehungsweise die Nutzung eines Autos zu schaffen, sollte CO2-arme Mobilität ohne Auto stärker angereizt werden", heißt es. Vertreter von Umweltorganisationen hatten bereits 2021 gemahnt, die THG-Quote sei "keineswegs das Allheilmittel für den Klimaschutz", sondern es müsse unter anderem "eine deutliche Reduktion des motorisierten Individualverkehrs" geben.

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