Bitte vom Bürgermeister: "Gastfreundlich sein, niemanden schlagen"

Die russische Enklave Kaliningrad wird bei der WM 2018 einer der zwölf Spielorte sein. Allerdings fürchtet der Bürgermeister wohl, dass seine Bürger sich nicht gerade von ihrer besten Seite zeigen könnten. Anders ist sein denkwürdiger Aufruf im Radio nicht zu verstehen.
| Christoph Elzer
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Das Stadion in Kaliningrad ist noch nicht ganz fertig, da macht sich der Bürgermeister der Stadt schon Gedanken über das Verhalten seiner Bürger.
imago/ITAR-TASS Das Stadion in Kaliningrad ist noch nicht ganz fertig, da macht sich der Bürgermeister der Stadt schon Gedanken über das Verhalten seiner Bürger.

Dir russische Enklave Kaliningrad wird bei der WM 2018 einer der zwölf Spielorte sein. Allerdings fürchtet der Bürgermeister wohl, dass seine Bürger sich nicht gerade von ihrer besten Seite zeigen könnten. Anders ist sein denkwürdiger Aufruf im Radio nicht zu verstehen.

Kaliningrad – Alexander Jaroschuk wurde in Kaliningrad geboren, ging dort zur Schule, kehrte nach einigen Jahren im Militär wieder dorthin zurück, machte als Unternehmer Karriere, wurde 2001 in den Stadtrat gewählt und ist seit 2007 Bürgermeister. Es dürfte also kaum jemanden geben, der die Stadt und ihre Bürger besser kennt, als Jaroschuk. Umso mehr irritiert sein aktuelles Radio-Interview.

Bis die WM angepfiffen wird, ist es noch ein Dreivierteljahr hin. Doch Jaroschuk schwört seine Leute jetzt schon darauf ein, wie man sich dann zu verhalten habe: "Ich rufe alle dazu auf, gastfreundlich und nett zu sein und niemanden zu schlagen", sagte er jetzt im Radiosender Komsomolskaia Prawda.

Aber selbst nach diesem Aufruf scheint Jaroschuk nicht allzu viel Vertrauen in die Personen zu setzen, die ihn ins Amt gewählt haben. Am liebsten wäre ihm nämlich, wenn alle Bürger, die nicht unmittelbar für die Austragung der WM benötigt werden, während dieser Zeit "die Stadt verlassen, um sich auf dem Land auszuruhen". Dafür will er sogar mit den örtlichen Arbeitgebern Vereinbarungen treffen, die den Bürgern zusätzliche Urlaubstage während der WM-Zeit garantieren.

Und er liefert gleich noch ein Argument für den WM-Urlaub nach: Auf Grund der vielen Fan-Busse sei der Straßenverkehr zu dieser Zeit in Kaliningrad ohnehin "schwierig" bis "praktisch unmöglich". Und wer sich doch entscheide, in der Stadt zu bleiben, möge wenigstens hinterher beim Aufräumen mithelfen.

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