"Bist du tot?" - Kuriose App erstürmt Chinas Charts

Eine App meldet täglich per Knopfdruck, ob Nutzer noch leben - und wird in China zum Hit. Warum das Angebot dort besonders für jüngere Alleinlebende spannend ist.
dpa |
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Im China meldet eine App täglich per Knopfdruck, ob Nutzer noch leben.
Im China meldet eine App täglich per Knopfdruck, ob Nutzer noch leben. © Johannes Neudecker/dpa
Peking

In China hat eine App die Charts erstürmt, mit der man sich täglich als noch lebendig melden soll. "Si le me" (zu Deutsch: Bist du tot?) stand in der Rangliste zahlungspflichtiger Apps für Apple-Produkte auf Platz eins in der Volksrepublik. Nutzer müssen sich darin durch Drücken eines Buttons auf dem Display täglich melden. Machen sie das über mehrere aufeinanderfolgende Tage nicht, schickt die App eine Nachricht an einen vom Nutzer eingerichteten Notfallkontakt. 

Was diese Apps von anderen Angeboten, die etwa auch in Deutschland von Senioren genutzt werden können, unterscheidet: Chinesischen Medien sagte einer der Gründer, dass die Zielgruppe junge Menschen in den Megacitys und Großstädten der Volksrepublik seien. 

Der Erfolg der App kommt zu einer Zeit, in der Chinas Gesellschaft immer älter wird und immer mehr Menschen, vor allem in Großstädten, alleine leben oder sogar ein Single-Leben bevorzugen. Die Macher selbst schreiben, dass die App ein "leichtes Werkzeug" für alleinlebende Menschen sei, um das Leben alleine sicherer zu machen. 

Diskussion über Namen der App 

Die staatlich kontrollierte Zeitung "Global Times" sprach von einem breiten gesellschaftlichen Trend, alleine zu leben. Bis 2030 könnte demnach die Zahl der Ein-Personen-Haushalte in China auf bis zu 200 Millionen steigen, hieß es unter Berufung auf Studien der Immobilienbranche. 

In sozialen Netzwerken diskutierten Nutzer laut der Zeitung über den Sinn der App. Zugleich gab es auch Kritik am Namen, der teilweise als unpassend und kulturell negativ empfunden wurde. So wurde auch eine positivere Variante vorgeschlagen: "Lebst du noch?".

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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