Bis nach Mitternacht am Draht: erstes Ferngespräch

Vor 150 Jahren blieb Thomas Watsons Telefon zunächst stumm. Dann meldete sich Bell mit "Ahoi!" - und die beiden redeten bis weit nach Mitternacht. Ihre Vermieterin war wenig begeistert.
dpa |
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Vor 150 Jahren gelang Alexander Graham Bell und Thomas Watson das erste Ferngespräch. Seitdem hat sich bei der Technik einiges getan. (Symbolbild)
Vor 150 Jahren gelang Alexander Graham Bell und Thomas Watson das erste Ferngespräch. Seitdem hat sich bei der Technik einiges getan. (Symbolbild) © picture alliance / ZB
Boston/Cambridge

Erst hörte Thomas Watson nichts, dann blieb er bis weit nach Mitternacht am Apparat. Sein berühmtes Telefonat mit Alexander Graham Bell jährt sich am Freitag zum 150. Mal. Das erste Ferngespräch über eine Telegrafenleitung fand am 9. Oktober 1876 statt.

Bell saß in seinem Labor in Boston (US-Staat Massachusetts), sein Assistent Watson rund zwei Meilen entfernt in Cambridge. Verbunden waren die beiden über eine private Telegrafenleitung der Walworth Manufacturing Company. So schilderte es Watson später in seinem Bericht über die Anfänge des Telefons. Als er das Gerät anschloss, blieb es zunächst still. Erst nachdem er ein weiteres Bauteil aus dem Stromkreis entfernt hatte, kam Bells Ruf durch: "Ahoi, ahoi!" Watson antwortete – und der Versuch war geglückt.

Bis Mitternacht gequatscht

Die beiden Erfinder legten offenbar nicht gleich wieder auf. Watson schrieb, sie hätten aus Freude über die geglückte Verbindung bis weit nach Mitternacht weitergeredet. Am nächsten Morgen habe die Vermieterin in Boston weniger nächtlichen Lärm verlangt – mit der Drohung, dass sie das Labor sonst räumen müssten.

Watson zufolge verbreitete sich der Ruf des Telefons rasch bis ins Ausland: Viele Neugierige pilgerten auf den Dachboden des billigen Wohnhauses, in dem Bell sein Labor hatte. Die Liste der Wissenschaftler, die das Telefon dort sehen wollten, lese sich wie das Mitgliederverzeichnis der "American Association for the Advancement of Science", witzelte er.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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