"Bestien": Bürgermeister von beliebtem italienischen Urlaubsort verbietet Fahrräder

Am Comer See schafft Bürgermeister Alessandro Rapinese Tatsachen: Künftig soll in der Innenstadt nicht mehr geradelt werden. Hintergrund ist ein Unfall, der den Bürgermeister persönlich betrifft. Das kommt nicht bei allen gut an.
von  Rosemarie Vielreicher
Blick auf das historische Zentrum von Como.
Blick auf das historische Zentrum von Como. © IMAGO/imageBROKER/Sergio Pitamitz / VW (www.imago-images.de)

Diese Anti-Fahrrad-Maßnahme ist eine sehr persönliche Angelegenheit: Der italienische Bürgermeister Alessandro Rapinese (50) von Como ist selbst von einem E-Bike angefahren worden. Vor dem Rathaus!

Deswegen macht der Politiker nun Schluss mit allen Fahrrädern in der Innenstadt, um die Sicherheit von Fußgängern zu erhöhen. Ab September sind Drahtesel dort verboten, das berichtet die Nachrichtenagentur Ansa. Schon 2022 verbannte die Nobelstadt am Comer See Leih-E-Scooter.

Alessandro Rapinese, Bürgermeister von Como, hier bei einer Pressekonferenz für ein Radrennen.
Alessandro Rapinese, Bürgermeister von Como, hier bei einer Pressekonferenz für ein Radrennen. © IMAGO/LaPresse

Der Bürgermeister wird so zitiert: "Ich habe am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, von diesen Bestien angefahren zu werden." Ausgeschlossen werden alle Fahrräder, egal ob sie einen E-Antrieb haben oder nicht. Es gilt: Radl schieben.

"Verwaltung macht aus individuellen Problemen kollektive"

Nicht überall kommt das gut an. "Die Verwaltung macht aus individuellen Problemen kollektive“, sagt Vincenzo Falanga, Präsident des Kulturvereins Nova Como.

Der Verein setzt sich für urbane Mobilität ein. Demnach soll es noch im September eine Radl-Demo gegen das Verbot geben.

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