"Besonders schlimm": Tote und Verletzte in der Silvesternacht in Deutschland

26 Stunden dauert es, bis der ganze Globus in das neue Jahr gerutscht ist. Wie ist die Silvesternacht in Deutschland verlaufen? Eine erste Bilanz.
Christian Thiele, dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Das ZDF übertrug die Silvestershow diesmal aus Hamburg.
Christian Charisius/dpa 10 Das ZDF übertrug die Silvestershow diesmal aus Hamburg.
In Berlin feierten Tausende in das neue Jahr hinein.
Britta Pedersen/dpa 10 In Berlin feierten Tausende in das neue Jahr hinein.
Drohnen erhellen im südkoreanischen Busan den Nachthimmel.
Kang Sun-bae/Yonhap/AP/dpa 10 Drohnen erhellen im südkoreanischen Busan den Nachthimmel.
Sydney hat das neue Jahr wieder mit einem gigantischen Feuerwerk begrüßt.
Dan Himbrechts/AAP/dpa 10 Sydney hat das neue Jahr wieder mit einem gigantischen Feuerwerk begrüßt.
Während einer Schweigeminute wurde ein Chanukkaleuchter auf einen Pfeiler der Sydney Harbour Bridge projiziert.
Dan Himbrechts/AAP/dpa 10 Während einer Schweigeminute wurde ein Chanukkaleuchter auf einen Pfeiler der Sydney Harbour Bridge projiziert.
Feuerwerkskörper in Bangkok.
Sakchai Lalit/AP/dpa 10 Feuerwerkskörper in Bangkok.
Sänger Johannes Oerding tritt bei der ZDF-Silvestershow in Hamburg auf.
Christian Charisius/dpa 10 Sänger Johannes Oerding tritt bei der ZDF-Silvestershow in Hamburg auf.
Papst Leo XIV. hält für einen Moment des Gebets vor der Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz im Vatikan inne.
Andrew Medichini/AP/dpa 10 Papst Leo XIV. hält für einen Moment des Gebets vor der Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz im Vatikan inne.
Auf dem Alexanderplatz in Berlin sind Feuerwerk und Böller verboten.
Sebastian Christoph Gollnow/dpa 10 Auf dem Alexanderplatz in Berlin sind Feuerwerk und Böller verboten.
Die Polizei war im Großeinsatz.
Sebastian Gollnow/dpa 10 Die Polizei war im Großeinsatz.

Nicht überall ist es zu Silvester friedlich geblieben: Zum Jahreswechsel ist es in Deutschland zu zahlreichen Angriffen auf Einsatzkräfte gekommen. Mindestens zwei Menschen starben zudem durch Pyrotechnik. In Berlin gab es Hunderte Festnahmen. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst waren landesweit im Großeinsatz. Die größten öffentlichen Partys unter freiem Himmel in Deutschland gab es diesmal am Brandenburger Tor in Berlin, in Hamburg am Hafen und in der Münchner Innenstadt. 

Tödliche Unfälle mit Pyrotechnik

In Bielefeld kamen zwei 18-Jährige bei Unfällen mit selbstgebauter Pyrotechnik ums Leben. In der Nähe von Rostock verlor ein 23-Jähriger durch einen explodierten Böller seine linke Hand. In Leipzig wurde ein 16 Jahre altes Mädchen beim Versuch, einen in Deutschland nicht zugelassenen Silvesterböller zu entzünden, schwer an der Hand verletzt.

Noch keinen Überblick gibt es, wie viele Menschen bundesweit verletzt wurden. Das Unfallkrankenhaus Berlin in Marzahn meldete 25 Patienten "mit zum Teil schweren Handverletzungen mit Teil- oder kompletten Amputationen von Fingern oder Teilen der Hand". Und: "Besonders schlimm ist aber, dass wieder acht Kinder dabei sind, deren Leben sich durch diese schweren Verletzungen für immer verändert hat." Es wurde mit steigenden Zahlen gerechnet.

In den Niederlanden eskalierte die Lage zu Silvester. Im Nachbarland waren Böller und Raketen zu diesem Jahreswechsel zum letzten Mal erlaubt gewesen. In etlichen Städten musste die Polizei wegen Gewalt sowie Unglücken und Vorfällen mit Feuerwerk ausrücken. In der Großstadt Breda wurden Beamte mit Molotowcocktails und Gehwegplatten beworfen. In Amsterdam stand eine Kirche in Brand.

Vorsichtiges Aufatmen in Berlin

In Deutschland war die Polizei nach Angriffen auf Einsatzkräfte in den vergangenen Silvesternächten verstärkt vor allem in Städten unterwegs. Allein in Berlin waren 4.300 Polizisten im Einsatz. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) warnte: "Der Spaß endet, wenn Menschen angegriffen werden." 

In Berlin verlief die Silvesternacht nach einer ersten Einschätzung der Polizei nicht ganz so problematisch wie in den vergangenen Jahren. Allerdings sei die Polizei immer wieder mit Böllern und Raketen angegriffen worden, sagte ein Sprecher. 21 Polizisten seien durch Knalltraumata nach dem Beschuss mit Böllern oder Gegenwehr von Verdächtigen leicht verletzt worden. Die Polizei nahm rund 400 Verdächtige kurzzeitig fest. Und auch am Silvesterabend und in der Nacht sei noch kiloweise illegale Pyrotechnik beschlagnahmt worden. 

Die Lage in Hamburg und Leipzig

In Hamburg wurden nach bisherigen Erkenntnissen zehn Polizisten verletzt. Sie konnten ihren Dienst nicht fortsetzen, wie die Polizei mitteilte. Wie schwer die Polizisten verletzt wurden, ging aus der Mitteilung nicht hervor. 

In Leipzig wurde die Polizei ebenfalls mit Pyrotechnik angegriffen. Auf die Einsatzkräfte wurden diverse Böller geworfen, wie ein Sprecher mitteilte. Die Polizisten errichteten unter anderem in dem für Ausschreitungen bekannten Stadtteil Connewitz Absperrungen. Auch in der Leipziger Innenstadt gab es diverse Feuer, wie dpa-Reporter berichten. 

Die Feuerwehr musste in mehreren Bundesländern wegen Bränden ausrücken.

Wo gab es die größten Partys?

In der Hauptstadt Berlin feierten Tausende Menschen nahe dem Brandenburger Tor auf der Straße des 17. Juni gut gelaunt bei der offiziellen Freiluftparty der Hauptstadt. 25.000 Tickets hatten zur Verfügung gestanden. 

Bei einer großen Silvesterparty auf der Ludwigstraße in München feierten nach Veranstalterangaben um die 10.000 Menschen in das Jahr 2026 hinein. Es sei alles ganz friedlich gewesen, sagte Katrin Strauch von der Veranstaltungsagentur Gral. "Es gab keine Zwischenfälle, überhaupt nichts."

Wer das neue Jahr draußen begrüßte, war am besten warm angezogen. In Teilen Deutschland riet der Deutsche Wetterdienst zur Vorsicht wegen Schnees und Glätte. Im Norden war stürmisches Wetter angekündigt gewesen.

ZDF-Silvestershow kam diesmal aus Hamburg

Anders als in den Vorjahren kam die ZDF-Silvestershow mit Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner diesmal aus der Hafencity in Hamburg und nicht aus Berlin. In der ARD präsentierte Florian Silbereisen zum zweiten Mal eine Silvestershow aus München.

Insgesamt 26 Stunden dauert es, bis der ganze Globus in das neue Jahr gerutscht ist. Amerikanisch-Samoa, das nur 220 Kilometer östlich von Samoa im Pazifik auf der anderen Seite der internationalen Datumsgrenze liegt, wird der letzte bewohnte Ort der Erde sein, der das neue Jahr begrüßt - zwölf Stunden nach Deutschland.

Den weltweiten Anfang machte um 11.00 Uhr MEZ das Südsee-Atoll Kiritimati mit seinen rund 7.300 Einwohnern, das zum Inselstaat Kiribati gehört. Es folgten unter anderem Neuseeland und Teile Australiens.

Sydney machte dabei zwei Wochen nach dem tödlichen Anschlag am Bondi Beach deutlich: Die Menschen in der Stadt lassen sich vom Terror nicht einschüchtern. Rund um die ikonische Harbour Bridge und das Opernhaus wurde um 14.00 Uhr deutscher Zeit wie gewohnt ein gigantisches Feuerwerk gezündet - unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die traditionellen Feiern am Bondi Beach wurden hingegen abgesagt.

An dem weltberühmten Strand hatten am 14. Dezember zwei Attentäter - ein Vater und sein Sohn - beim jüdischen Lichterfest Chanukka auf eine Menschenmenge geschossen. 15 Menschen kamen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Vor Mitternacht wurde der Opfer in einer bewegenden Schweigeminute gedacht.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.