Belästigung via Handy: Cyberflashing nimmt zu

Immer mehr Frauen bekommen ungewollt Bilder von männlichen Genitalien. Warum nimmt der virtuelle Exhibitionismus so zu?
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Die Zahl der Frauen, die von Fremden sexuell eindeutige Bilder per Direktnachricht erhalten haben, ist laut einer britischen Studie in den letzten Jahren signifikant gewachsen. Nach Angaben der britischen Verkehrspolizei (British Transport Police) haben sich in einem Jahr die Vorfälle des sogenannten "Cyber Flashing" fast verdoppelt. Die Dunkelziffer dürfte noch weit höher sein. 

Mehr Cyber-Flashing in der U-Bahn

Cyberflashing bedeutet, dass der Täter über das Apple-Filesharingtool AirDrop ein anzügliches Foto auf ein anderes iPhone in der direkten Umgebung überträgt, das dann auf dem Sperrbildschirm des Opfers aufblitzt. Der erste Fall war in London bekannt geworden: Hier war im öffentlichen Nahverkehr auf dem Iphone einer jungen Frau plötzlich ein "Dickpic" eines Mannes aufgeploppt, der in der Reihe hinter ihr saß.

Zahlen wurden erstmals im Jahr 2015 erhoben  - und sie zeigen, dass sich die Vorfälle 2016, 2017 und 2018 jedes Jahr mehr als verdoppelt haben. Auch aus Deutschland sind Fälle bekannt. 

Warum Männer Penisbilder senden

In einer kanadischen Studie wurden die Gründe für die Cyber-Belästigung erhoben: Das häufigste angegebene Motiv war das sogenannte "transaktionale Denken". Männer verschickten Penisbilder in der Hoffnung, ein entsprechendes Bild zurückzubekommen. Als zweithäufigsten Grund gaben die Befragten an, auf diese Art eine Partnerin zu suchen.

Nur eine Festnahme

Im Jahr 2019 gab es in England, Schottland und Wales 66 Berichte über Cyber-Flashing - fast doppelt so viele wie im Jahr 2018. In 88 Prozent der Fälle waren Frauen die Opfer, meist im Alter von 21 bis 30 Jahren. Trotz des Anstiegs gab es 2019 nach Angaben von britischen Nachrichtenagenturen aber nur eine Festnahme.

Deutsche Betroffene können sich an das Hilfetelefon für Frauen wenden.

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