Befreier von Häftling könnten eigene Schlüssel gehabt haben

Bei der Befreiung eines Gefangenen aus einem Ärztehaus in Essen trugen die JVA-Bediensteten ihre Schlüssel für die Fesseln bei sich. Was die Ermittler daraus schließen.
dpa |
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Das Eingangsportal des nordrhein-westfälischen Justizministeriums in Düsseldorf. (Archivbild)
Das Eingangsportal des nordrhein-westfälischen Justizministeriums in Düsseldorf. (Archivbild) © Marius Becker/dpa
Düsseldorf/Essen

Bei der gewaltsamen Befreiung eines Häftlings in einem Ärztehaus in Essen haben die Täter möglicherweise eigene Schlüssel für die Fesseln mitgebracht. Die beiden Bediensteten der Justizvollzugsanstalt (JVA) Essen hätten bei dem begleiteten Arztbesuch ihre Schlüssel für Hand- und Fußfesseln bei sich getragen, sagte ein Vertreter des NRW-Justizministeriums bei einer Sondersitzung in Düsseldorf. Sie hätten "alles dabei" gehabt, die Schlüssel seien "noch am Mann" gewesen. "Es müssen eigene Schlüssel mitgebracht worden sein", sagte der Ministeriumsvertreter.

Die Waffen der Justizbeamten gelangten zudem nicht auf Dauer in den Besitz der Befreier. Von den Bediensteten sei keine Waffe abhandengekommen, hieß es bei der Sondersitzung des Rechtsausschusses. Die eine Waffe sei bei der Polizei und die andere sei im Holster gewesen. 

Die Täter haben die beiden Mitarbeiter nach derzeitigem Stand der Ermittlungen am Mittwoch im Hausflur des Ärztehauses überfallen, überwältigt und gefesselt. Die Bediensteten hatten den Untersuchungsgefangenen zu einem Termin in einer radiologischen Praxis begleitet, wo laut Justizministerium eine MRT-Untersuchung durchgeführt werden sollte. Nach Angaben des Justizministers blieben beide körperlich unverletzt.

Nach Angaben des Ministeriums hatte der Untersuchungshäftling erst am Abend zuvor von dem konkreten Arzttermin erfahren. Wie die Befreier Kenntnis davon bekommen konnten, sei Teil der Ermittlungen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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