"Auge-um-Auge"-Vergeltung verschoben

Die iranische Justiz hat die Vergeltungsaktion, bei der eine Frau nach einem Säure-Attentat an ihrem Peiniger Rache üben wollte, auf unbestimmte Zeit verschoben.
| dpa
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Die iranische Justiz hat die Vergeltungsaktion, bei der eine Frau nach einem Säure-Attentat an ihrem Peiniger Rache üben wollte, auf unbestimmte Zeit verschoben. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur ISNA am Samstag unter Berufung auf Justizkreise.

Teheran- Ameneh Bahrami wollte ihren Peiniger am Samstagmittag in einem Krankenhaus in Teheran auf beiden Augen blenden. Vor Gericht hatte sie erstritten, dass sie den Attentäter nach dem Prinzip "Auge um Auge" strafen kann. Der Mann hatte Bahrami 2004 Schwefelsäure ins Gesicht geschüttet, weil sie mehrere Heiratsanträge abgelehnt hatte. Seitdem ist die 32-Jährige blind, ihr Gesicht ist entstellt.

Bahrami lebt in Spanien und war für die Racheaktion extra nach Teheran gereist. Trotz mehrerer Operationen in Spanien ist sie auf beiden Augen blind. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte sich am Freitag gegen die Blendung ausgesprochen.

In islamischen Gesetzen gibt es das "Auge um Auge"-Prinzip, das dem Opfer erlaubt, dem Täter das gleiche Leiden zuzufügen. Nach dem Gerichtsurteil durfte Bahrami dem Mann, der wegen der Tat eine Gefängnisstrafe absitzt, mit einer Pipette Säure in die Augen träufeln. Der Mann sollte dafür betäubt werden. Ob und wann die Blendung nun stattfindet, wurde nicht bekannt.

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