Mordversuch mit Ameisensäure? - Angeklagte bestreitet Tat

Als ihr Mann die Scheidung will, soll eine Frau aus Niedersachsen dessen Tötung geplant haben. Ihr Partner überlebt den Säureangriff, erblindet aber vollständig. Vor Gericht wehrt sich die Frau nun.
dpa |
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Am Landgericht Braunschweig hat ein Prozess um einen versuchten Mord mit Ameisensäure begonnen.
Am Landgericht Braunschweig hat ein Prozess um einen versuchten Mord mit Ameisensäure begonnen. © Julian Stratenschulte/dpa
Braunschweig

Im Prozess um einen mutmaßlichen Mordversuch mit Ameisensäure hat sich die Angeklagte gegen die Vorwürfe gewehrt. Es habe einen Kampf um die Flasche mit der Säure gegeben, sagte die 27-Jährige vor Gericht. Nach einer Abwehrbewegung sei es dann passiert, berichtete die Frau aus dem niedersächsischen Landkreis Wolfenbüttel, wie es zu den schweren Verletzungen ihres 32-jährigen Ex-Partners gekommen sei. 

Wollte die Angeklagte 400.000 Euro Versicherungssumme?

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft der Frau vor, in einer Trennungsphase versucht zu haben, ihren Mann mit der hochkonzentrierten Säure zu töten. Wegen der gewünschten Scheidung soll sich die 27-jährige Deutsche laut Anklage entschlossen haben, ihren Mann zu töten, um an 400.000 Euro aus einer Risikolebensversicherung zu kommen. 

Nach Schilderung der Ermittler lockte die Frau ihren Mann im November 2025 unter einem Vorwand in den Keller des gemeinsamen Hauses in Schladen-Werla, wo auch die beiden gemeinsamen Kinder lebten. Von hinten soll die Angeklagte ihrem wehrlosen Opfer die Ameisensäure über den Kopf und das Gesicht geschüttet haben. Der Mann rettete sich vor das Haus, wo ein Nachbar Erste Hilfe leistete und den Notruf wählte. 

Opfer mehrere Tage im Koma

Durch den Säureangriff erlitt der Mann nach Angaben der Strafverfolger Verätzungen unter anderem an den Augen, am Hals und an den Armen. Durch die Säureeinwirkung seien die Hornhäute beider Augen zerstört worden, was zur vollständigen Erblindung geführt habe. Wegen der Schwere der Verletzungen und der erheblichen Schmerzen musste der Geschädigte für mehrere Tage ins künstliche Koma versetzt werden.

Den Vorwurf eines Mordversuchs aus Heimtücke und Habgier wies die Angeklagte, die seit dem Vorfall in Untersuchungshaft sitzt, zum Prozessauftakt zurück. "Ich bin immer gut hingekommen mit dem Geld", sagte sie. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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