Frau in Soest über Monate gequält – vier Personen angeklagt
Es ist grausamer Fall: Eine Frau soll in einem Wohnhaus in Soest in Westfalen mehrfach über Monate hinweg gequält, erniedrigt, misshandelt und vergewaltigt worden sein. Gegen vier männliche Personen sei Anklage wegen "diverser Delikte zulasten einer Frau" erhoben worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Arnsberg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Zu den angeklagten Personen und Tatvorwürfen äußerte sich die Anklagebehörde aber nicht und verwies auf das zuständige Landgericht, wo ein Strafprozess anstehe.
Medien berichten über das "Soester Horrorhaus"
Der "Soester Anzeiger" und der WDR hatten zuvor über das Martyrium einer Frau berichtet, das sich 2025 über Monate hingezogen habe. Ein Anwohner habe die Frau am 3. November spätabends halb nackt und gefesselt auf der Terrasse des Nachbar-Reihenhauses gesehen und die Polizei alarmiert. Sie sei zu dem Zeitpunkt nicht mehr bei Bewusstsein gewesen und monatelang im Krankenhaus behandelt worden.
Gegen vier Personen beginnt den Medienberichten zufolge im Oktober der Prozess am Landgericht Arnsberg. Das Gericht war auf dpa-Anfrage zunächst nicht erreichbar.
Auch zwei Jugendliche sind in dem Fall angeklagt
Nach Angaben aus Justizkreisen handelt es sich bei dem Opfer um eine 33-jährige Frau. Anklage sei erhoben worden gegen zwei Männer und zwei noch minderjährige männliche Personen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, gemeinschaftlicher Körperverletzung, Vergewaltigung, Nötigung und Freiheitsberaubung. Die zwei angeklagten Jugendlichen sind 16 und 17 Jahre alt. Der Hauptbeschuldigte und der zweite angeklagte Erwachsene sitzen nach dpa-Informationen in Untersuchungshaft.
Der Hauptverdächtige ist ein 29-Jähriger, hieß es weiter aus Justizkreisen. Er wohnte demnach mit seiner damaligen Lebensgefährtin und drei Kindern in dem Haus, in dem es zu den Taten gekommen sein soll. Seine Lebensgefährtin und das spätere Opfer sollen sich gekannt haben, bevor es zu den mutmaßlichen Gewaltfällen kam. Laut WDR ist der Mann polizeibekannt.
Mutmaßlicher Tatort liegt mitten in einer Reihenhaussiedlung
Das Haus, in dem es zu den entsetzlichen Taten gekommen sein soll, liegt in einer ruhigen Reihenhaussiedlung im Grünen. Laut einem dpa-Reporter wirkt es unauffällig und steht leer. Einsatzkräfte sind nicht mehr vor Ort. Nur ein Polizeisiegel an einem Fenster weist darauf hin, dass man es mit einem mutmaßlichen Tatort zu tun hat. Ab und zu sind Medienvertreter in der Straße zu sehen. Aus der Nachbarschaft möchte sich niemand äußern.
Parallelen zum "Horrorhaus von Höxter" drängen sich auf
Der schockierende Fall lässt Erinnerungen an das "Horrorhaus von Höxter" wach werden – auch wenn es deutliche Unterschiede gibt. Auf dem Hof in Höxter in Ostwestfalen waren Frauen grausam gequält worden, zwei starben an ihren Misshandlungen.
Als Täter war Wilfried W. 2018 wegen Mordes durch Unterlassen zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Ende 2023 ordnete das Landgericht Paderborn zusätzlich an, dass er nach Verbüßen der Haftstrafe in Sicherungsverwahrung muss. Seine Frau war zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Paar hatte Frauen mit Kontaktanzeigen auf ihren Hof gelockt.
In dem Soester Fall war das Opfer aber nach Informationen aus Justizkreisen nicht dauerhaft eingesperrt. Dennoch sei es immer wieder zu den angeklagten Gewalttaten gekommen. Viele Fragen bleiben offen.
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