Anklage beharrt auf Sanktionen für Loveparade-Angeklagte

Der Loveparade-Prozess könnte bald ohne Urteil eingestellt werden. Offen ist noch, ob mit oder ohne Auflagen. Die Staatsanwaltschaft will die Angeklagten nicht ohne Sanktionen davonkommen lassen.
| dpa
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Rosen verwelken an der Loveparade-Gedenkstätte. Das Gericht hält die Einstellung des Prozesses für denkbar.
Roland Weihrauch/dpa 9 Rosen verwelken an der Loveparade-Gedenkstätte. Das Gericht hält die Einstellung des Prozesses für denkbar.
Kerzen zum Gedenken an die Opfer im Tunnel zum ehemaligen Loveparade-Gelände in Duisburg.
Oliver Berg/dpa 9 Kerzen zum Gedenken an die Opfer im Tunnel zum ehemaligen Loveparade-Gelände in Duisburg.
Kurz vor dem Unglück stehen Menschen dicht gedrängt an einem Tunnelausgang in Duisburg
Daniel Naupold/dpa 9 Kurz vor dem Unglück stehen Menschen dicht gedrängt an einem Tunnelausgang in Duisburg
Die Gedenkstätte für die Loveparade-Opfer.
Roland Weihrauch/dpa 9 Die Gedenkstätte für die Loveparade-Opfer.
Kreide markiert die Lage der Toten am Ort der Loveparade-Katastrophe.
Achim Scheidemann/Archiv/dpa 9 Kreide markiert die Lage der Toten am Ort der Loveparade-Katastrophe.
Massive Planungsfehler sollen die Katastrophe mit 21 Toten verursacht haben.
Roland Weihrauch/dpa 9 Massive Planungsfehler sollen die Katastrophe mit 21 Toten verursacht haben.
Tausende Menschen drängen sich in und vor dem Tunnel, in dem sich eine Massenpanik ereignete.
Erik Wiffers/Archiv/dpa 9 Tausende Menschen drängen sich in und vor dem Tunnel, in dem sich eine Massenpanik ereignete.
Kerzen brennen an der Unglücksstelle der Loveparade in Duisburg.
Oliver Berg/dpa 9 Kerzen brennen an der Unglücksstelle der Loveparade in Duisburg.
Holzkreuze für die 21 Opfer der Loveparade an einer Treppe der Gedenkstätte für die Loveparadeopfer.
Ina Fassbender/Archiv/dpa 9 Holzkreuze für die 21 Opfer der Loveparade an einer Treppe der Gedenkstätte für die Loveparadeopfer.

Düsseldorf - Die Duisburger Staatsanwaltschaft wehrt sich dagegen, den Strafprozess um die Loveparade-Katastrophe ohne Geldauflagen für die Angeklagten einzustellen.

"Eine etwaige Auflage müsste spürbar sein", habe der Anklagevertreter in einem Rechtsgespräch deutlich gemacht, berichtete der Vorsitzende Richter Mario Plein am Donnerstag. Es sei für die Staatsanwaltschaft "kaum vorstellbar, die Tat ohne jegliche Sanktion zu belassen", sagte er.

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg gab es am einzigen Zu- und Abgang des Veranstaltungsgeländes ein so großes Gedränge, dass 21 Menschen erdrückt und mindestens 652 verletzt wurden. Angeklagt sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier des Veranstalters Lopavent.

Bei dem Rechtsgespräch hatten die Verteidiger, Staatsanwälte, Nebenklage-Anwälte und Richter am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit über den weiteren Ablauf des Verfahrens gesprochen. Verfahrensbeteiligte berichteten anschließend übereinstimmend, dass das Landgericht Duisburg das Verfahren gegen alle zehn Angeklagten einstellen will, in drei Fällen mit Auflagen. Der Prozess würde damit ohne Urteil beendet.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte am Donnerstag, dass die Vorschläge des Gerichts nun geprüft würden. Bis zum 5. Februar wolle man eine Stellungnahme dazu abgeben.

Überlebende und Angehörige hatten lange auf einen Strafprozess gewartet, der schließlich im Dezember 2017 begann. Wegen der Größe des Verfahrens verhandelt das Landgericht Duisburg in einer Kongresshalle im benachbarten Düsseldorf.

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